Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1289723
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Drittes 
Buch. 
Römische 
Schule. 
tener werden. Neben Bloemen hat man in den Galleriexi auch 
einige seiner Schüler, die ihn besser naehahmten, wie Giac- 
ciuoli, und Franz lgnai den Baier. 
Zu derselben Zeit lebte in Rom Franz Wallint, ge- 
nannt M. Studio, der kleine Landschaften und Seestücke mit; 
sehr genau ausgeführten Figuren zu malen pflegte, dem aber 
das Gefühl, diese Gabe der Natur, und die Weichheit fehlte, 
welche in den Schulen Italiens gefällt. Er folgte Claude; 
sein Sohn befolgte dieselbe Manier lobenswerth, steht aber dem 
Vater nach. 
 Im Anfang dieses Zeitraums oder um diese Zeit herum 
waren in Perugia zwei in ähnlichen Ansichten berühmte Bür- 
ger, Ercolano Ercolanetti, und Pietro Montaniui, 
Ciro FerrVs und R0sa's Schüler. Dieser wollte in eini- 
gen Kirchen unter den Figurenmalern auftreten, blieb aber der 
letzte; sein Talent war auf Ilandschaften beschränkt, und wenn 
er Figuren dazu malte, waren es nicht die richtigsten, weil 
er mehr Lebendigkeit, als Zeichnung besass. Dennoch ge- 
fiel er und ward auch jenseits der Alpen gesucht. Die Hänger 
der Peruginer haben Gemälde von ihm in Menge: einige sind 
auch in der Sacristei der Elrenxitaner, die man fast Niederliilh 
dischen Geschmacks nennen möchte. 
 Alessio de Marchis, ein Nenyolitnner, ist in Rom 
nicht Sehr bekannt, wiewol in den Palästen Ruspoli und A1- 
bani sehr schöne Stücke von ihm gezeigt werden; bekannter- 
ist er in Perugia, Urbino und den umliegenden Städten. E,- 
soll, um eine Feuersbrunst nach der Natur zu malen, einen 
Heuboden angezündet haben. Mit mehrjähriger Galeerenstrafe 
belegt, ward er unter Clemens Xl. frei, in dessen Palast in 
Urbino er sehr schöne Bauwerke, Fernen und Seestüeke malte, 
Rosa mehr als Andern zugethan. Vorzüglich ist der Brand 
'l'roja.'s __bei den Semproniern und einige Landschaften in im- 
dem Häusern zu Urbino, wo er seine ganze Fertigkeit zeigen 
Wollte, die sich auch auf Figuren erstreckte. Meistens aber 
ist nur sein Feuer, sein glücklicher Pinsel, sein wahres Cu_. 
lorit, besonders im Feuer und in braunen, gelblichen Lüften, 
und die Uebereinstimmung des Ganzen zu loben, indess die 
Theile vernachlässigt und unvollkommen sind. Er hinterliess
        

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