Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1289709
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Drittes Buch. 
Rölnische 
Schule. 
Colorit verdankte er miindlichem Unterrichte ivenig, viel seinem 
nngebornen Nachahmungtalent. In der Apostelkirche habe ich 
ein Bild von ihm gesehen, das in dem obern 'l'heile U. L. F. 
mit dem göttlichen Kinde vorstellt, auf dem untern fünf Hei- 
lige, ein allegorisches Bild, wie man mir es erklärte, Welches 
auf die Wahl Clemens XIV. anspielen soll. Er wurde mit der 
Stimme des Card. Carlo Rezzonico und seines Anhangs gewählt 
und wider Erwarten des P. lnneeenzio Buoniempi, der das 
Bild bestellte, und nachher vom Papst zum Meister des Se- 
raphischen Ordens, endlich zum päpstlichen Beichtvater beför- 
dert wurde. Daher ist da der heil. clßlllßflS in der Mitte, der 
ein heiliges Buch lieset; zur rechten der heil. Carl, der, seine 
Gelehrsamkeit bewundernd, durch seine Gebürde sagen zu wol_ 
len scheint: der verdient Papst zu werden; und zuletzt der 
heil. Papst lnnocenzio, der den P. Meister vorstellte und hier 
nach Erfordernis seine Stelle dem Cardinal S. Carlo abtreten 
musste. 'Aucl1 waren im Hintergrunde die Heil. Franeiscus 
und Antonius in nicht ganzen Figuren angedeutet. Cades 
nahm sich 'l'izian's Gemälde im Quirinal zum Vorbilde und 
abmte es'in Zusammenstellung, wie Colorit, nach. Und in 
letzterm in der That nur zu sehr, indem er auch das Braune 
wiedergab, welches nicht Tizian, sondern die Zeit dem Bilde 
verlieh; wcsshalb er sich denn damit verteixligte, dass er sagte, 
das. Bild Sßllß in S. Franeesco zu Fabriano in ein sehr starkes 
Licht gestellt werden, wo die Farben, wenn sie nicht tief ge- 
halten wären, sich dem Auge des Beschauers misfiillig entge- 
gengerlrärlgt haben würden. Ein [rrthum in der Perspeetive 
war aber nicht wohl zu verteidigen, nämlich in der symboli. 
sehen Figur des P. M. Innocenzio, der, indem er diese grosse 
Erscheinung anstaunend zurücktritt, aus dem Gleichgewicht 
fallen und rücklings hinstiirzen zu wollen scheint, aber nicht 
stürzt, weil er gemalt ist. Andere Fehler im Colorit, im Costum, 
Oder in den gemeinen Formen hat der Vf. der jllemo-rie im  
und lll. Bde an andern Bildern von ihm gerügt. Da er aber 
mit den Jahren an Ueherlegimg gewann und auf das Urtheil 
des Puhlieums Aehlt gab, so besserte er sich immer mehr. Man 
ßCllC in dem eben angeführten lll. Bande die Beschreibung sei- 
"nes Werkes für die Villa Pinciana, dessen Gegenstand aus 
Gio. Boccaccio genommen ist: die Anerkennung des Gr,
        

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