Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1289677
Fünfter 
Zeitraum. 
Cortonisten. 
Maratta 
533 
Gemnlin, und noch viele Privatpersonen. Einige Zeit mailte 
er in Miniatur, und jene Genauigkeit und Bestimmtheit, wel- 
Öhe diese Gattung erfordert, trug er auf die grüssern Gemälde 
über, ohne peinlich und -trocken zu werden. Dies beweisen 
besonders seine in Italien zerstreuten ßuml bei uns in mehrern 
Städten, vorzüglich in Lucca genannten Altarbläittcr. Unter 
denen in Rom zog Mengs das am Hauptaltar in S. Celso 
vor. Ein anderes ist in der Karthause der Sturz des Zauberers 
Simon._ Es sollte für das Vatican in Mosaik ausgeführt wer- 
den und an die Stelle des Vannischen Bildes, des einzigen dort 
auf Schiefer gemalten, das denselben Gegenstand behandelte, 
kommen; aber, wie es auch kam, das Mosaik ward nicht ans- 
geführt. Vielleicht mistiel die nicht evangelische Geschichte; 
da man Vannfs Bild nicht wegnehmen wollte, so nahm man 
einen andern Gegenstand und Mengs wurde beauftragt, die 
dem Petrus verliehene Gewalt der Schlüssel darzustellen. Er 
entwarf eine höchst ileissige Skizze in llclldunkel, die im Pa- 
last Chigi ist; aber sie im Bilde auszuführen, lebte er nicht, 
lange genug. Die Skizze ist in lirlindung und Anordnung 
lüblicher, als Bat0ni"s Bild; aber die Aufgabe des Letztem 
war schwieriger. Wie dem auch sei, Batoni muss als Her- 
steller der Römischen Schule betrachtet werden, wo er bis in 
sein 79stes Jahr viele Schüler gebildet hat  
Der beiden eben gelobten Künstler Muster nützten dem 
Antonio Cavallucci aus Scrmoncta sehr, dessen Namen 
ich, als es an den Druck ging, hier nicht aufnehmen zu dür- 
fen glaubte, weil er noch lebte. Da er aber vor kurzem ge- 
storben ist, so bin ich seiner Tüchtigkeit die Ehre schuldig, 
auch ihn unter den wackern Künstlern seiner Zeit anzuführerl. 
Dafür galt er in Rom und auswärts. Die Primaskirehc in 
Pisa, welche bei ihrer Wald keine andere Empfehlung, als den 
allgemeinen Ruf gelten lässt, bestellte und erhielt von ihm ein 
grosses geschichtliches Bild, die heil. Bona, welche Nonne wird. 
Die ganze heilige Feier nthmet Frömmigkeit, die er selbst he- 
sass, fühltg und [üblich darstellte. Uclvrigens zeigte er durch 
die That, dass die Beispiele christlicher Dcmuth, wie das, 
21) Vergl. 
282 E. 
Goethe's 
Ilfinckelrnnnn 
Sein 
Jahrhunderz.
        

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