Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1289661
532 
Drittes 
Buch. 
Römische 
Schule. 
aufgeschlagen, Wenigen aber so erspriesslich gewesen ist, als 
Batoni. Aus ihr nahm er die unglaubliche lliannichfaltigkeit 
von Köpfen, Gesichtern, Schönheiten, die man zuweilen auch 
an grossen Meistern vermisst, die das Ideale zu sehr lieben; 
aus ihr die jedem Gegenstand angemessenste Bewegung und 
Ausdruck. Uebcrzeixgt, das ein gewisses Feuer der Phantasie 
nicht hinreicht, manche zarte Züge wiederzugeben, in welchen 
das Erhabcne der Kunst besteht, stellte er keine Handlung 
dar, die er nicht nach Wahrheit und Natur aufgefasst hatte. 
Aus der Natur nahm er die ersten Urbilder der Bewegung, 
aus ihr copirte er jeden Theil der Figuren; nach Modellen 
passte er ihnen die Kleider und die Falten an; dann verschönte, 
vollendete und belebte er Alles mit dem ihm eigenen Colorit; 
dies ist reinlich, lebhaft, leuchtend und halt sich, wie seine 
Heiligen in S. Gregorio beweisen, nach vielen Jahren noch 
frisch. Hierin hatte er nicht sowol eine Kunst, als eine Gabe; 
er spielte mit dem Pinsel; jeder Weg war ihm sicher; er trug 
bald dick, bald leicht auf, bald endete er alles mit Strichen; 
manchmal löste er seine ganze Arbeit wieder auf und gab ihr 
die nöthige Kraft mit einer Linie m). Wiewol er kein wis- 
senschaftlicher Mann war, erschien er doch im Grossartigen, 
und noch mehr im Gefälligen dichterisch. Nur ein Beispid 
hiervon! Als er in einem Bilde, das seine Erben besitzen, 
die Sorgen eines Mädchens (larstcllen wollte, malte cr sie in 
leichtem Schlummer, um sie her zwei Liebesgötter, die ihr köst- 
liche Steine und prächtige Kleider zeigen, und nüher einen 
dritten mit etlichen Pfeilen; über welche Gesichle sie träiumend 
sich zu freuen und zu lächeln scheint. Solcher Poesien, und 
auch geschichtlicher Gemälde sind viele in Privathiiusern und 
an inehrern europäischen Höfen, von welchen er beständig Äui; 
träge erhielt. 
In Bildnissen war er vorzüglich; drei Päpste verlangten 
dergleichen von ihm, Bencdict XlV.., Clemens Xlll. und Pius 
VL; ferner auch Kaiser Joseph  und sein Bruder und Thron- 
folger Leopold lL, der "Grossherzog von Moscau, seine königliche 
di P. Balani p. 66, wd von dieser Meisterschaft 
von seinen übrigen Vorzügen meisterhaft gehandelt 
L.  
20T S. Elugio 
"des Pinseln, wie 
wird,
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.