Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1289653
Fünfter 
Zeitraum. 
Cortonistän. 
Maratta 
531 
Maler durch Philosophie, jener wnr es von Natur. Batoni 
hatte einen natürlichen Geschmack, der ihn zum Schönen führ- 
te, ohne dass er es merkte; Mengs gelangte durch Reflexion 
und Studium dazu; dem Batoni wurden, wie dem Apelles, 
die Geschenke der Huldgöttinnen zu Theil, Mengscn, wie 
dem Protogenes, die höchsten Strebungen der Kunst. Viel- 
leicht war der Erste mehr Maler, als Philosoph, der Zweite 
mehr Philosoph, als Maler; dieser vielleicht erhabener in der 
Kunst, aber gemacht; Batoni minder tief, aber natürlich. 
Damit soll nicht behauptet werden, die Natur sei Mengsen 
urjold gewesen, oder dem Batoni habe in der Malerei die 
nöthige Ueberlegung gefehlt u. s. w." In der That, kann man 
von einem Maler mit Recht sagen, er sei ein geborner Maler, 
so ist es Batoni. in seinem Geburtsort lernte er bloss die 
Anfangsgründe der Kunst, und einer meiner darüber befragten 
Freunde schreibt mir, Brugieri, ein anderer, Lßmhgydi 
hahe ihn unterrichtet, wie schon früher bemerkt worden. Viel- 
leicht lernte er bei Beiden. Als er jung nach Rom kam, be- 
suchte er keine Schule, studirte und copirte unermüdlich Raf_ 
fael und die Alten, und lernte so das grosse Geheimnis, die 
Natur wahr und mit Auswahl darzustellen m), 
Die Natur ist das ungeheuere Zeichnenbuch, das vor Allen 
19) Wir haben schon bei einer andern Gelegenheit Mengsenl Kunst- 
grundsätze erwogen und wollen hier nur noch in Kürze das Erheb- 
lichste andeuten. Einerseits ist es allerdings zu loben , dass Mengs 
auf Muster, wie Raffael, Tizian, Coreggio und die Antike 
verwies und so den verirrten Geschmack von herrschend gewurdgngn 
Manieren ah- und auf Besseres hinlenkte; allein andererseits führt 
Nachahmung auch des Beslen wieder zur Manier und so war der Nutzen 
ininn-r nur negativ, indem dadurch Cilrßvßggiuw "i'd C0110- 
na's leichtfertige Weisen abgelehnt wurde", ohne dass 91W!!! GB- 
diegene an die Stelle trat. Ja, hlengsensAhsicht, die Verdienste ver. 
sehiedener grosser Meister in Eins zusammenschmellen zu wollen, 
zeigt olfenbar ein Migverstehen des Wesens alles Grossen und Herr- 
liehen in seiner Art; denn in Zeichnung, Culnrit, Ausdruck, Cum- 
pusitinn und Slyl eines grossen Künstlers ist ein ullzertrennlicher 
Zugnmmenhnng, da. alles dies Resultat des Charakters eines gfQQSen 
Geistes ist und also fremdartige Elemente sich mischen sollen, wenn 
man nach niehrern Meistern diese Beslandtheile eines Kunstwerks 
in einem neuen Vlierlce zu vereinen strehl, hlengsens ausführliche 
Lehenshencl:reihung s. in Antonio Rrzffarlln llfengs 011211! 
pubblicnte da! Cnv. rlläzrlrzz, edfz. aumentala da]! Avvo. (Jnrln Fea. 
Rrmm 1787. Die klarsten Urtheile über hlengf in Goethe's 
UTnclrehnzzlln und Sein Jahrhundert.  
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