Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1289635
Fünfter 
Zeiiraum. 
Cortonisten. 
Maratta 
529 
 Bild weit liübertl-ißt 15); und endlich das Cabinet der Handschrif- 
ten im Vatiean, wo die Lieblichkeit der Engel, die Grossartig- 
keit Mosis und Petri, die reizende Farbe, die Rundung, die 
Uebereinstimmnng aller Theile diesen Raum zu einer der vor- 
zügliehsten Zierden des Vaticaner Museums und Roms machen. 
Eben dies Streben sich selbst zu übertreffen würde auch aus 
seinen Staiieleibildern sieh ergeben, wären sie nur nicht so 
selten in Italien, indem er viele für London und andere Haupt- 
stüdte Europe's malte. In Rom selbst, wo er als Jüngling 
stndirte, wo er sich niederliess, wohin er mehrmal zurückkehrte, 
wo er endlich starb, ist wenig von ihm: sein Bildnis Clemens 
XIIL, und das seines Neilexi Carl beim Fürsten Rezzonico, 
das des Cai-d. Zelada, Staatsgeheimsehreibers, und wenig an- 
dere Stücke bei Privaten, besonders beim Ritter Azarn. Flo- 
renz hat mehrere bedientende Bilder von ihm im Palast Pitti, 
und sein eigenes Bildnis im ll-lalereaibinet, ausser der gYDSSQH 
Kreuzabnahme in Ilelldunkel für Marehese Rinnccini, welches 
er, vom 'l'ode übereilt (1773), nicht colerirte; und einem 
schönen Genius in einem Zimmer des Gr. und Ezithsberrn Or- 
lando Mulevoltl de! Benino, einem Vlanmlgelniihle 17). 
Ich kehre von Mcng sens Werken zu ihm selbstzurück und 
überlasse Andern, sein Verdienst zu begränzcn und zu entschei- 
den, wie weit er nachzuulunen sei 18). Ich meines Theilq 
16) Dies Bild ist eins der gelehrtesteum nach KViederautIebung der 
Kunst. Jede Muse ist da mit den scliiekliphstexl ßllefllülllllchell At- 
tributen dargestellt, wesshall; ilm Visconti in dem unsterblichen 
1'111.90!) Piu (Jlenzclzlfzzo T. 1'. 11. 57 lobte. L. 
17) Seine l-linnxielfuhrt Christi nicht zu vergessen, in der Hofkirche 
zu Dresden. Ein rneisterhafles Gemälde! Wenn an diesem Bilde auch 
nichts überrascht und es dem Beschauer vorkommt, als habe er es 
schon gesehen, ohne bestimmte Vorbilder angehen zu können, au: 
welchen Mengs die einzelnen Theile geradezu entlehnt hätte, so 
erweckt die schöne Gesunnntwirkung, Färbung, Beleuchtung, Anurd- 
nung viel Vergnügen und die wuhlgelungenen, anmulliigen einzelnen 
Theile fesseln den aufnlerksumexl Beobachter. Belildiesel" l-lilnmelfahrt 
Christi Scheint der Meister sich RaffaePs Ver' iirung zum Muster 
genommen zu haben, und wenn es auch keine tiefe Rührung durch 
hohe Begeisterung erweckt, wie RuffaePs Werk, so ist doch Alles 
so verständig und wohl gelungen, dass man ihm einen lebhaften Bei. 
fnll und Bewundruixg nicht versagen kann.  
18) Es fehlte dem wackern Manne nicht an Feinden und Schmä- 
hern, die durch seine Beurtheilungen der höchsten, und noch mehr 
der mittelmäßigen lebenden oder kürzlich verstorbenen Künstler er- 
l. Bd.  L 1 
        

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