Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1289626
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Drittes 
Buch. 
Römische 
Schule. 
lassen wollen, so hätte er sich wol nach einem solchen umge- 
than; aber seine Abhandlungen wurden nach seinem Tode vom 
Ritter Azara herausgegeben. Daher reisst auch manehmlal 
ein Werk nieder, was das andere aufbaute; wie hinsichtlich 
Coreggifs Tirab osehi in den rYotizie degli arlefici nwde- 
nesi bemerkt, und schliesst, M. möge wol seine Rifkssioni, 
worin er viel an Coreggio zu tadeln iindet, eher gesehrie- 
ben haben, als er dessen Werke gesehen, die illemurie aber 
über C., wo er ihn zum Himmel erhebt und den neuen Apßlleg 
nennt, nachdem er sie gesehen und studirt"). Trotz aller 
Gegenrede wird er unter den 'l'he0retikern und, so lange seine 
Werke leben, auch unter den ausiibenden Künstlern immer eine 
ausgezeichnete Stelle einnehmen. 
Man erlaube mir zu sagen, Mengs ist nicht der Sehleif. 
Stein, der dem Stahl eine Kraft ertheilt, die er nie bekommt, 
WOl aber ein Stahl, der, jemehr geschliffen, desto feiner und 
glänzender wird. Er war Dresdner Hufmaler; jedes neue Wer-l; 
ron ihm war ein Fortschritt. Efging nach Madrid, wo er 
in mehrern Zimmern der königlichen Burg den Hof der Güte 
11er, die 'l'ages- und Jahrzeiten mit lieblichen und eigenthiim... 
liehen Erlindungen darstellte. Von da kehrte er nach Rom, 
um neue Studien zu machen, von da wiiedei- nach llladrid, wo 
er nun in einem Saale 'l'rajan,s Vergötterung und in einem 
Theater die Zeit, welche das Vergnügen entführt, vorstellte; 
und diese Bilder sind vorzüglicher als die ersten. Rom hat 
drei grosse Werke von ihm: das Deckengemälde in S. Eusebio; 
den Parnass im Saale der Villa Albani 15), wveleher das vorige 
14) In Rattiwz Verteidigung wird dieser {Viderspruch zum Rcweig 
für läatti angeführt. Er soll diese Zllmnoric Schlicht und einfach 
geschrieben und so Menge inilgelheilt haben; und so seien sie nach 
dessen Tude unter seinen Schriften vorgefunden und herausgegeben 
worden. Indes: will doch auch wieder hliniges verlauten, was eben 
nicht sehr für Rnlti spricht, z. B. dass er in I'm-um Menge he- 
fragt, was man über Coreggio sagen könne, und von ihm unxstäxid- 
liehen Bericht über die (Lhilder in Dresden, die er ziichl. gesehen, 
erhalten; dass M. Anmerkungen zu den ihm von Freunden nxitge- 
lheillen Handschriften machte, (leslcli! man also zu, dann M. soviel 
Antheil an dieser Handschrift haue, dass der Schüler unter hleisters 
Leilllng die Kunsturtheile, das' Verzeichnis der besten Gemälde er_ 
weiterle und der Meister selbst Anxuerkungexi dazu Schrieb  ist; 
denn dann das Beste und Verdienstlichste des {Werks nicht Mengsen 
beizumessen! L. 
15) Von R. Morghen gestochen. Q. '
        

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