Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1289571
Fünfter Zeitraum. 
Cortonisten, 
Maratta 
523 
ten; die übrigen waren Cignani, Iilaratta, Loth. Sie 
hatte auch Schüler gezogen, wie Stephan Parocel, Joh. 
Troy, Karl Natoire, deren Gemälde an mehrern Orten 
Roms zu sehen sind. Doch herrschte eine Manier in der Schule; 
daher sie seit mehrern Jahren abgekommen ist. Mengs nennt 
diesen Styl lebhaft, und er bestand nach ihm in einem Hinaus- 
gehen über die Gränzen des Guten und Schönen, Üeberladung 
beider, und Trachten nach Augenlust vielmehr, als vernünfti- 
gem Wohlgefallen (Th. II. S. 123). Subleyras, in dieser 
Akademie erzogen, verbesserte diesen Geschmack dadurch, dass 
er das Gute davon beibehielt, das Schwache ausschied, und 
nach Maasgabe seines Geistes einen ureigenthümlichen Styl ein- 
führte. Dieser ist reizend, abgeschlossen, wchlverstanden in 
Köpfen und Gebärden, verdienstlich in Vertheilung des Hell- 
dunkels, wodurehaseine Bilder einen sehr schönen Gesammt- 
eindruck machen Er sah alles dem Wahren ab; aber die Fi- 
guren und die Gewänder nahmen unter seinem Pinsel eine ge- 
wisse Grossartigkeit an, welche in ihm leicht scheint, weil sie 
ihm natürlich ist; aber auch einzig ist sie, denn keiner seiner 
Schüler hat das Grosse erreicht, welches ihn eharakterisirt.  
Er war schon in reifen Jahren aus der Akademie getre- 
ten und das Bildnis Benedict XlV., welches er vorzugsweise 
vor Masucci malte, erwarb ihm den Ruf des ersten Malers 
in Rom. Daher wurde er kurz darauf gewählt, für eine Mo- 
saikarbeit im Vatican etwas aus dem Leben des heil. Basilius 
zu malen Das Urbild ist in der Karthäuserkirehe und über- 
rascht durch die hehre Darstellung des von dem Heiligen in 
Gegenwart des Kaisers, der Brote zum Altar bringt, gefeierten 
Opfers. Wie sprechend sind diese Köpfe! welche Wahrheit 
ist in dem Orte, in diesen Gewändern! Die Seide scheint Seide, 
leuchtend, leicht, wahr gefaltet. Durch diese und andere min- 
der grosse Arbeiten, insbesondere durch seinen heil. Benedict 
bei den Olivetanern in Perugia, welcher wol sein lieleistcrwerk 
ist, verdiente er, dass er von den auserlesensten Bildersamm- 
lungcn gesucht wurde, wo er selten und geachtet ist. Ander- 
weitige Nachrichten über diesen Künstler finden sich im zwei- 
ten Bande des Giornule delle belle arti. 
Egidio Alfa von Lüttich studirte in Rom, dessen Schule 
geistreich, anmuthig und zierlich treu bleibt. Seine mit
        

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