Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1289540
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Drittes 
Buch. 
Rölnische Schule. 
als er schrieb, „ durch seine mehr leichten, als guten Grund- 
sätze sei die Kunst vollends untergegangen." Er hatte eine 
Partei, aber sie überbot nicht alle andere Schulen Italiens. 
Jede Schule hatte, wie wir sehen werden, ihren Wurm inner- 
lich, ohne ihn anderswoher zu bekommen. Wohl übertrieben 
einige seiner Schüler diese seine Leichtigkeit und seine Tin- 
ten, und hinterliessen, in Italien zerstreut, ein verderhliehes 
Beispiel. Auch will ich mich nicht sonderlich um ein Ver- 
zeiehnis seiner Schüler mühen; nur einige bekanntere will ich 
nennen. Aus Concafs Schule, die er jedoch schon mit ei- 
ner guten Grundlage in der Zeichnung betreten, ging Gag- 
tano Lapis von Cagli hervor, ein Maler von ureigenen: und, 
wie ihn de Bosi beschreibt, nicht gerade prächtigem, aber 
richtigem Geschmack. In seinem Geburtsort sieht man in 
mehrern Kirchen viel Bilder von ihm, und im Dom werden 
ein Abcndmal und eine Geburt U. H. _zu den beiden Seiten 
eines Altars geschätzt." Auf mehrern Bildern, die ich von ihm 
in der Peters-, Niklas- und Franciscuskirche gesehen, fand 
icli häufig eine Madonna mit schönen Formen wieder, mit meh- 
rern Heiligen, die zu ihr und dem heil. Kinde beten. Auch in 
Perugia und an andern Orten iindet man einige seiner Arbei- 
ten. Eine Geburt der Venus, Deckengemälde von richtige;- 
Zeiehnung und einer Anmuth, die höher ist, als sein Ruf, hat 
der Fürst Borghese in Rom. Wer diese Arbeit nicht gesehen, 
wird ihn nie nach Verdienst schützen. Eine übermiissigc Zug- 
heit und Misachtung seiner selbst soll seinen Lauf zu dem 
grössern Glück, wozu ihn sein lhilentvberechtigte, gehemmt 
haben. Salvator Monosililo, der sich viel in Rom auf. 
hielt, war ein Messiner, und trat sehr iimsig in die Fass- 
stnpfen seines Meisters. In S. Paolino delia Regola in einer 
Capelle, wo Calandrußci die Dßßkß auf  uralte, in 
der Kirche zu den vierzig Heiligen, und in der Kirche der 
Polen sieht man andere Arbeiten von ihm. Im Pieeno, wo 
Conca's Name berühmt wer, war lVlonosilio geehrt um] 
erhielt Aufträge von Privatleuten und für Kirchen. In S. Gi- 
Ilesio ist ein Barnabas von ihm in der Kirche dieses Heiligen, 
'der in den von uns mehrmal angeführten Jllemorie als treff- 
liche Arbeit angegeben wird. Einen andern Sieilianer erzog- 
CQII ca, nämlich den Abt Gasp er 0 Sei-e nari aus Palermo, der
        

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