Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1289515
Fünfter 
Zeitraum. 
Cortonisten. 
Maratta 
517 
heil. Gregor im Dem zu lliatelica, wieer Messe lesend die See- 
len aus dem Fegefeuer befreit, ist ein Gucrcinisches Bild 
und eins seiner besten. In Bildersanlmlungexl sieht" man von 
ihm Spiele, Cuneerte, Gesellschaften und dergleichen Launen 
im Kleinen , die, wenn er ileissiger arbeitet, den Niederländi- 
schen wenig nachstellen. Ich habe hier und da yieie gesehen, 
aber nirgends hab, ich diesen Künstler mehr bewundert, als 
in dem Hoflager zn Turin, wo von seiner Hand 'l'hierstiicke 
und nicht gar kleine Bilder sind, meistens Schriftbegcbenheiten, 
heiter und reizend behandelt, zuweilen so ganz in Rümischem 
Geschmack, dass man ihn für einen andern Meister halten 
möchte.  
GiambatistzrGaulli 8), gewöhnlich Baeiccio ge- 
nannt, lernte in Genua bloss die Anfangsgründe, ging jung 
nach Rom, wo er unter Leitung eines Franzosen und noch 
nxehr mit Bernini's Hiilfe sich einen Styl bildete, der in das 
Grossräiumliehe überspringt. Die Natur hlatte ihn mit so schnel- 
ler Hand und so raschem Geiste begabt, dass er keine andere 
seinen Gaben angeuiessenere Gattung der lilalerei wühlen konnte. 
Die Decke in der Jesuitenkirche ist sein berühmtesteslWerk; die 
wohlverstandene Ferne von unten nach oben, die Einheit, der! 
Einklang, das Zurüelzweichenl der Gegenstände, das Aufblitzen 
und Verklingen des Lichts geben ihr den Vorzug vor dielen in 
Rom, Jliwll Einigen vor allen. Man muss sie aber mehr im 
Ganzen, als in den Loealtinten, oder den 'I'heilen der Figuren 
betrachten, wo er nicht immer eorreet ist. Seine Mängel in 
seinen Staifeleigemälclen, deren viele in Italien und auswärts 
vorhanden, sind minder merklich und werden reichlich durch 
Lebhaftigkeit und Frische der 'l'inten, wie durch anmuthige Gesich- 
ter vergütet. Nach lllnnsgabe der verschiedenen Aufgaben ist 
er verschieden, wie irgendeiner, und richtet Sivil in seinem 
Style danach. Ein freundliches "und höchst annultliiges Bild 
ist in S. Franeesco u Ripa U. L. F. mit dem Kindlein im 
Arme, zu dessen Füssen (iieiheil. Anna unter Engeln von sei- 
ner besten Art kniet; ernst (lagegen und rührend ist der ster- 
bende heil. Xaverius auf der wüsten Insel Sanciano , welchen 
Goethe's 
Winckelmann, 
229
        

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