Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1289493
Fünfter 
Zeitraum. 
Cortonisten. 
Maratta 
515 
gesagt wird, dass er Clemens XI. sehr wcrth war und als 
Geheimschreiber der Lukasakademie starb (T. XXI. p. ll). 
Pascoli, der sein Leben ausführlich beschrieben, lobt auch 
seine Erfahrenheit im Herstellen der Bilder, weshalb die Kö- 
nigin von Schweden in solchen Füllen nur ihn brauchte. 
Sein Sohn und Schüler Pierleone, dessen Styl nicht 
allzusehr von dem seines Vaters verschieden, wicwol minder 
eilig, ist berühmter, als er. Er wurde mit Luti, Trevi- 
sani und andern vorzüglichen Malern zu den Propheten im 
Lateran und eben so zu kleinem Aufträgen gebraucht. Aber 
seinen meisten Ruf verdankt er seinem ganz vorzüglichen Ta- 
lent für Zerrbilder, die man in Roms Cabinetten und sonst 
findet, In Rom malte er auch zum Scherz Personen von Stande, 
und wurde sehr beliebt in einem Lande, wo er die Freiheit der 
Rede mit der Freiheit des Pinsels zu verschwistern schien. 
Auch andere Schulen Italiens lieferten der Römischen neue 
Talente, jedoch nicht neue Style, ausser dass sie die beiden 
Hauptstyle, den Cortonischen und Marattaschen, so oder 
anders umgestalteten. 
Aus Florenz kam noch jung Gio. Maria Morandi, 
und schien, bald seines ersten Meisters Bilivert Styl verler- 
nend, einen ganz verschiedenen anzunehmen. Dieser ist aus Rö- 
mischer Zeichnung und Venezianer Tintengehung gemischt  
denn auf seiner Reise durch Italien hielt er sich bloss in Ve- 
nedig auf und copirte viel  seine Composition neigt sich 
nach der Cortonischen und ward Vin Rom geschätzt. Dort 
liess er sich nieder, wird im Wegweiser oft erwähnt, und nicht 
selten in den Gallerien genannt. Ein schönes Bild ist seine 
Heimsuchung in Madonna del Popolo. Noch fleissiger, man- 
nichfaltiger und von schöner Wirkung ist der Üebcrgang U. 
L. F. alla Pace. Dies kann man sein Meisterwerk nennen. 
Pietro Aquila hat es in Kupfer gestochen. Auch seiner 
geschichtlichen Bilder wegen, die er zuweilen in das Ausland 
sendete, war er berühmt; noch mehr aber in der Bilflnismalerei, 
wozu er immerfort in Rom und Florenz gebraucht und vom 
Kaiser nach Wien berufen wurde. Hier malte er ausser der 
kaiserlichen Familie auch andere kleinere deutsche Fürsten. 
Odoardo Vicinelli, ein angesehener Maler dieser letzten 
Zeit, wird im 6. Bande der Letzt. Pitt. ein Schüler MorandÜs 
K
        

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