Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1289481
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Drittes 
Buch. 
Römische 
Schule. 
dagegen, je öfter man es sieht, desto trefllicher erscheint." 
Diese und andere Vorschriften würzte er zuweilen mit beissen- 
dem Witz, und dies nicht nur daheim, sondern auch in der 
Schule des Nackten auf dem Capitol, als er ihr Vorstand. 
"Daher denn die schwachen Meister, deren es damals viele gab, 
ihm zürnten und ihn um eine Stelle brachten. Einige andere 
Nachrichten über ihn wurden uns in der Risposta alle lettero 
perugine p. 48 mitgetheilt. 
Ebenfalls von einem Schüler CignanPs, Frances- 
chini, war in Bologna Francesco Caccianiga unterrich- 
tet worden; von da kam er nach Rom, wo er sich fortbildete 
und niederliess; ein Maler, dem nichts fehlt, als eine gewisse 
Munterkeit und Entschlossenheit, die man freilich nicht durch 
Fleiss gewinnt. Er arbeitete für Fürsten, und zwei Bilder für 
den König von Sardinien ätzte er selbst in Kupfer. Ancona, 
hatte vier Altarblütter von ihm, unter welchen die Einsetzung 
des Abendmals und" die Verlobung U. L. F. von klarem, bei- 
tern, lieblichen Colorit ist, so dass man sie unter tausenden 
herauskennen würde. Rom hat wenig öffentliche Bilder van 
ihm, der Palast Gavotti ein ehr schönes Mauerbild, andere 
der Palast und die Villa Borghese, durch welches Fürsten Frei- 
gebigkeit er, als er in seinem Alter viel Noth litt, reichlich 
und fortdauernd unterstützt wurde 7). 
Aus Guercinoßs Schule war Sebastiano Ghezzi 
aus der Comunanza, einem unfern von Ascoli gelegenen Her- 
rensitz, hervorgegangen. Er zeichnete und malte gut und bei 
den barfiisser Augustinern von Monsammartino ist ein heil. 
Franciscus von ihm, den man für cin augesuchtes Gemälde 
hält, welchem nur des Künstlers letzte Hand fehlte. Er war 
Vater und Meister des Giuseppe Ghezzi, der sich in Rum 
bildete und als einen für jene Zeiten verständigen Schriftsteller, 
und mehr der Cortonischen, als einer andern Schule zuge- 
thaneu Maler erwies. Sein Name kommt häufig im Wegweiser 
durch Rom, und mehrmal in den Antichilü Picevze vor, wo 
7 
7) S. Meznorie per le belle arti T. II. p. 135, wo Giangh erard o 
üe" Rossi uns Nachrichten über diesen Künstler mitlheilt, die ihm 
grösstentheilu durch den frühe;- ßrwähmen Riuer Pucci ni zu- 
kameu. L,
        

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