Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1289475
Fünfter 
Zeitraum. 
Cortonisten. 
Maratta 
513 
Noch immer leben seine beiden Parteien, als ob er noch selbst 
lebte. Seine Freunde rühmen, da sie nicht Alles billigen lrün- 
nen, die Geisselung alle Stimmate, die ein Bewerbungsstück 
mit Muratori wara) und den heil. Secondino bei den Pas- 
sionisten, zwei so verständige Bilder, dass sie, so zu sagen, 
jeden Vergleich aushalten; ferner seinen heil. Laurcntius und 
Stephanus im Dom zu Vitcrbo und wenig andere gleich ver- 
dienstliehe, wo er l) omenichino und seine Schule nach- 
ahmte. Seine Gegner führen marxche mittelmüssige, schwache, 
oder mindestens unbeenrligte Arbeiten an. Die Uubefangcnen 
achten ihn als grossen Maler, seine Werke aber bald für gross, 
_bald für schwach, bald für nxittelmässig. Eben so lurtheilt man 
ja doch auch über viele Dichter, selbst über Petrarca. 
Nachrichten über diesen wackern Künstler verdanken wir 
dem würdigen Gio. Batista Ponfredi, seinem Schüler, der 
sie an den freigebigen Beschützer Beniefialßs, Grafen Nic- 
cola Soderini, der desshalb auch mehr Werke von ihm besitzt, 
als ein anderer Römischer Herr, richtete. Sein Brief steht 
im 5. Bde der riialerbriefe, und ist einer der lehrreichsten 
jener Sammlung, wenn er auch hier und da von dem Heraus- 
geber geändert ist. Ich theile eine Stelle daraus mit, weil sie 
den damaligen Zustand der Malerei, und wie Marcu sie hob, 
schildert. "Sein Wunsch, die Kunst wieder aufblüheu, und 
sein Schmerz, sie in Verfall gerathexi zu sehen, war so gross, 
dass er gar oft srindezilang gegen die Fehler loszog und sagte, 
man IHÜSSC (lilS nlßllißrirte, von Wahrheit entblösste Malen mei- 
den; wie denn freilich liele malten, die nie das Wahre stu- 
dirten, oder doch es nicht in seiner Einfalt nachahmen möch- 
ten, sondern auf ihre Manier beschränkten. Er machte seine 
Schüler besonders auf den Unterschied ZSVlSClICII einem manie- 
rirten und einem durchdachten, einfanchen, nach der Nhtur ge- 
malten Bilde aufmerksam, zeigte, wie das erste, wenn es allen- 
falls noch gute Anordnung und gutes Helldunkel hätte, an- 
fangs durch lebhafte Farben eine gute Wirkung tlxut, dann 
aber, so oft- man es wieglcrsieht, immer mehr sinkt, das andere 
i 
(i) Dieser Maler hatte eins der Seitenbildel- äer Capelle gemalt, 
und bellxenerte, kein lebender Maler könne das Gegensxümrk dazu nm- 
len. Da. malte Benefial ein viel besseres, und darauf einen Henker, 
der das Genxiilde MuratorPs betrachtete und lachte. L-  
I. Bd. K k
        

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