Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1289402
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Drittes Buch. 
Römische 
Schule. 
 Maratta wird als Lehrer von seinem Lebensbeschreibu- 
Bellori S. 200 gepriesen, von Pascoli aber einer solchen 
Eifersucht geziehen, dass er sogar seinen besten Schüler, Nin- 
colb Berrettoni von Montcfeltro, zum Farbenreiber ge- 
braucht habe. Dieser aber bildete sich durch CantarinPg 
Unterricht, und Nachahmung Guidws, wie Coreggiws ei- 
nen gemischten, zarten, leichten, unbewundenen, mehr als es 
scheint angelernten Styl. Er starb jung, und hinterliess in 
Rom wenig öffentliche Werke, die fast alle in Kupfer gesta- 
chen sind; so angesehen war er! Die Vermählung der Maria, 
für S. Lorenzo in Borgo, wurde von Pier Santi Bartoli, 
dem damals berühmtesten Kupferstecher, treftlichen Copisten 
fremder Gemälde und nicht unverdienten Erfinder, gestochen 5), 
Sein zweites Bild, eine Madonna unter mehrern Seligen in S, 
Maria di Monte Santo, und die Lunetten derselben Capelle 
wurden von Frezza gestochen. Von diesem Künstler s. Lett. 
pizt. T. V; p. 277.  
Giuseppc Chiari, ein Römer, der einige Werke Ber- 
rettoni's und selbst illarßattaüs vollendete, gehörte zu 
den Besten der Schule in Staffeleibildern, deren er viele nach 
England sendete. Er malte dergleichen für die Kirchen in 
Rom, und vielleicht ist das Beste die Anbetung der Magier im 
nur ein mässiges Talent hatte. Die Freundlichkeit seiner Bilder und 
dass diese immer an etwas Besseres erinnern, als sie selbst Sind, 
erwarb ihm grossen und ausgebreiteten Beifall, Dies beweisen die 
vielen Gemälde von ihm, nach welchen in Kupfer gestochen worden 
ist. Viele von diesen führt Füsslz" in seinem kritischen Verzviolh 
in's der besten nach den berühmtesten Dlalern aller Schulen vorluw- 
denen Kupfersliclze, Zzirich 1798, an. Auch hat hlaratti selbst ei- 
nige Blätter leicht und angenehm radirt. Sein Bildnis und sein L8- 
ben, sehr ausführlich beschrieben, s. in Ritralli dz" zzlcuni celeb. 1112. 
tqri del secola XVII da! Cav. Ottav. Lioui, p. 147.  
5) Er war Nic. Poussin's Schüler gewesen und halte von ihm 
den guten Geschmack, das Antike zu zeichnen, gelernt. Er wendete 
ihn in den besten Basreliefs und den grossartigslen Bauten des alten 
Rom's an, die er in Kupfer stach, nebst vielen alten aus unterirdi- 
Sehen Gebäuden copirten, welche nicht heraus, sondern in Privat- 
bihlintheken gekommen sind. Andere Arbeiten im Stich erwähnt 
Pascoli, die ihn allmälig von der Malerei ahzogen. Man kennt 
nur ein Bild von ihm in der Kirche zu Porto, und wenige andere 
von eigener Erlindung. Wohl weiss man, dass er viel gute Bilder 
copirle und sogar den alterthümlichcn Ueberzug nachahmte, ja dass 
er PULISSÜPS Bilder so genau cupirte, dass sie zuweilen den Künst- 
ler selbst beinah täuschteu. L-
        

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