Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1289385
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Drittes 
Buch. 
Rönlische 
Schule. 
lichsten Maler Europrfs. Mengs ertheiilßäihm in einem Briefe 
über Ursprung, Fortgang und Verfall deruzeichnenden Künste 
das grossc Lob, dass er in Rom die Malerei vor dem Sturze 
geschützt habe. In seinen früheren Jahren hatte er viel nach 
Raffael gezeichnet, für welchen er sehr eingenommen war; 
und er bemühte sich die Gemälde im Vatican und der Farne- 
sina der Nachwelt lange aufzubewahren; eine mühselige nnd 
umsichtigeArbeit, die Bellori beschrieben hat! Für das Grosse 
war er nicht begabt; daher er und seine Schüler die Wand- 
und grossräumige Malerei nicht sehr liebten. Doch scheute 
er dergleichen Arbeiten nicht, ondern übernahm vielmehr gern 
die Kuppel des Doms in Urbino, die er mit Figuren bevölkerte. 
Diese Arbeit ging mit der Kuppel durch ein gewaltiges Erde 
beben im Jahre 1782 unter; doch sind die Skizzen davon in 
vier Bildern im Palast Albani vorhanden. Aus Neigung aber 
würde er nicht immer Cabinet- oder Altarmaler gewesen seyn. 
Seine Madonnen sind edel, bescheiden und lieblich, die Engel 
anmuthig, die Heiligen von schönem Ausdruck in den Köpfen, 
und gebürden sich andächtig; ja, so zu sagen festlich geklei- 
det sind sie, wo sie Kirchengeriith handhaben. ln Rom wer- 
den seine Bilder um so mehr geschützt, als sie in SacchPg 
Style sind, wie sein Xaverius in der Jesuitenkirche, eine Ma_ 
donna im Palast Panlili und viele andere Er sendete auch 
einige ausserhalb des Kirehenstaates umher; so sein biartyr- 
tbum des heil. Blasius nach Genua, ein Bild, dessen Verfer- 
tigungszeit ich nicht bestimmen will, das ich aber nur für ei- 
nes der besten in Saechi's Style halte. Nachher nahm er 
einen andern minder grossartigen Styl an, der aber seiner Ge- 
nauigkeit wegen musterhaft ist. Sobald er seine Gedanken 
niedergezeiehnet hatte, ging er Alles wieder nach der Wahr- 
heit durch; und auch hieran begnügte er sich nicht, sonder-n 
übcrging noch inipätern Jahren die Umrisse nach RaffaePs 
Figuren, welchem er treu blieb, ohne darüber die Caraeci 
und Guido aus dem Auge zu verlieren. Sein Fleiss aber 
machte ihn zuweilen umständlich kleinlich, wie Viele urtheilen, 
und er entzieht in dem Maasse dem Geiste, in welchem er an 
Flcisse gewinnt. Das minder Lobenswerthe an ihm ist sein 
Faltenschlag; hier hatte er sich aus Eifer für das Natürliche 
ein System gebildet, welches die Massen unterbricht, das Nackte
        

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