Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1289360
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Drittes 
Buch. 
Römische 
Schule, 
wenig Aufträge erhielt. Da er sie nicht gut besorgen konnte, 
wenn man anders einem Ilfaleräriefe glauben darf, so nahm er 
Benefial zu Hülfe, von welchem bald gesprochen werden 
wird. Benefial malte, wie Leute seiner Art, ohne ihn zu 
brauchen; die Bezahlung theilte er, der Ruhm wurde dem 
Herrn ganz zu Theil; ja, wenn ein Werk unter des Gehülfen 
Namen gezeigt wurde, tadelte man es mehr, al man es lobte. 
Als endlich der Arme müde war sich "zu verkappen und eine 
Rolle zu spielen, die ihm keine Ehre machte, verliess er sei- 
nen Gefährten und arbeitete für sich; und als nun Evange- 
listi den heil. Gregor in der Kirche des heil. Petrus und 
Marcellinus allein malte, trat er in seiner wahren Gestalt auf, 
sodass Rom einsah, wie Benefial ihm nicht Zeit erspart, 
sondern Geschicklichkeit geliehen hatte.  
In Francesco Lauri, einem Römer, hHlZißWS8O0l1i"g 
Schule einen der ersten Geister des Jahrhunderts, in welchem 
der Meister sich schmeichelte einen zweiten Raffael zu er- 
ziehen. Der Jüngling, um die schönen Hoffnungen, die man 
von ihm hatte, zu erfüllen, reiste, eh er eine Schule in Rom 
eröffnete, in Italien umher, von da nach Teutschland, Holland, 
Flandern, und ein Jahr nach Paris, wo er denn seine Kennt- 
nisse ungeheuer vermehrte. Der Tod brach ihn in der Blüte 
der Jugend, und nur drei Göttinnen, Deckengemälde auf Kalk 
im Saale der Crcscenzi, sind von ihm übrig, sonst, soviel mil- 
wenigstens bekannt, kein anderes Werk von Belang. Er darf 
nicht mit seincm Bruder und anfänglichen Schüler Philipp 
verwechselt werden, der nachher von seinem Schwager Caro- 
selli unterrichtet wurde. Er übte sich nicht in grossen Fi- 
guren, und jenen Adam und Eva in der Kirche alla Pace 
scheint er nur darum absichtlich über Lebensgrösse gemalt zu 
haben, damit Niemand sein Talent für kleine Arbeiten verach- 
tete, vn-lche er immer und zu seinem grossen Vortheilc lieferte. 
Er hat für Gallerien Bilderchen in Niederländischem Styl mit 
vieler Muntcrkeit, gutem Colorit, voller Bildnisse, oder auch 
seltsamer Zerrbilder, zuweilen auch heiliger Gegenstände, ge- 
liefert. Einen sehr schönen heil. Xaverius sah ich bei dem 
sel. Goltz, ein wahres, von Mengs sehr bewundertes Kleinod. 
lm Palast Burghesc malte er einige schöne Landschaften auf 
Kalk, Auch hierin warer nicht der Erste in der Familie;
        

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