Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1289338
Fünfter 
Zeitraum. 
Cortonisten. 
Maratta 
499 
worden seyn. Damals.- nun änderte Romanelli mit Hülfe 
Bernini's eine Manier und nahm allmälig einen zärtem 
und gleichsam verführerischen Charakter "in den Formen an, 
der jedoch minder grossartig und gelehrt war, als der des 
Pietro. Seine Verhältnisse wurden schlanker, die Tinten 
minder schmuzig, die Falten kleinlicher. Seine Kreuzabnahme 
in S. Ambrogio, die als ein Wunderwerk erhoben wurde, ver- 
anlasste Pietro, ihr den heil. Stephan gegenüber zu stellen, 
der so überraschte, dasslBernini selbst sogleich, als er ihn 
sah, sagen musste, man sehe doch, wer der Schüler und wer 
der Meister sei.- Romanelli, Schützling des Cardi Barbe- 
rini, der sich nach Paris geflüchtet hatte, war zweimal in 
Frankreich und ward von der dortigen Munterkeit des Geistes 
so ergriffen, dass seine Figuren beseelter wurden, als früher. 
So urtheilt Paseoli. Dort malte er zuerst in einem Säulen- 
gange für den Card. Mazzarini einige Verwandlungen des Ovi- 
"d-ius; hierauf in einigen königlichen Zimmern die Fabeln der 
Aeneide; und als er zum drittenmale mit seiner ganzen Fami- 
"iieahinreisen wollte, überraschte ihn der Tod in Viterbo. Dort 
"hinterliess er im Dom das Hauptaltarbilrl, den heil. Laurentius, 
und zu Rom und in andern Städten Italiens sind viel ölfcntliche 
undePrivatbilder von ihm vorhanden, wiewol er "ungefähr im 
45'. Jahre starb. Er hatte die Ehre für den Vatican zu una- 
lenjdie Vorstellung im Tempel daselbst ist jetzt in der Kar- 
thüuserkirche, das Mosaik in S. Pietro. Schüler, die ihm an 
Rufe gleich kamen, bildete er nichtm Sein Sohn Urban selbst 
wurde von Cir-o "nach des Vaters Tode unterrichtet.  Er'ist 
in Velletri und Viterbo durch seine Arbeiten in den Hauptkir- 
chen bekannt; die in Viterbo sind aus dem Leben des Kirchen- 
heiligen Laurentirxs und verrathen viel Geschicklichkeit; aber er 
starb früh. ' 
Ciro Ferri war unter Cortonzfs Schülern ihm durch 
Liebe und Nachahmung am meisten zugethan, und in Rom und 
Florenz wurden ihm nicht wenig Werke Pietro's zur Volle 
endung aufgetragen. Einige Gemälde niachen selhst Kenner 
zweifelhaft, Welchem von Beiden sie angehören möchten. Im 
Allgemeinen hat er weniger Anmuth in der Zeichnung, weniger 
geistreiche Breite, und meidet vielmehr den breiten Faltenwurf, 
der dem Meister gefiel. In Verhältnis zu seinen Lebensjahreil 
' n 2
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.