Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1284198
Vbrwort. 
XVH 
schungen über Maler, die in jener Zeit, in jener Schule 
lebten; untersucht man nun ferner noch Kupferstiche, Zeich- 
nungen und andere Ueberbleibsel jener Zeit, so lernt man 
zuweilen den wirklichen Meister kennen. Die meisten 
Zweifel hinsichtlich der Gemälde drehen sich nur um die 
einander ähnlichen Meister. Diese nun stelle ich an Ei- 
nem Orte zusammen, bemerke jedoch, worin einer sich 
von dem andern unterscheidet. Oft schwankt man, wenn 
man einen Meister mit sich selbst vergleicht; da scheint 
ein Styl seinem gewohnten, oder auch dem grossen Na- 
men eines Künstlers nicht angemessen zu seyn. In sol- 
chen zweifelhaften Fällen gebe ich immer den Meister ei- 
nes jeden an; weil doch anfangs jeder seines Führers Spu- 
ren folgt. Ferner bemerke ich, was er sich für, einen 
Styl gebildet, wie er ihn stets beibehalten, oder auch mit 
einem andern vertauscht. Zuweilen bemerke ich die Zeit,- 
in welcher er lebte, wie fleissig, oder unileissig er malte, 
damit man nicht, etwa gleich ein Gemälde verdnmme, das 
in spätem Jahren, oder nachlässig gearbeitet seyn konnte. 
Wer kann z. B. alle Werke Guido's für ächt annehmen, 
wenn er nicht weiss, dass Guido bald "dem Caracci, 
bald Calvar t, bald Carav aggi o, bald nur sich selbst 
folgte, und sich selbst wieder eben auch nicht glich, 
wenn er in einem Tage drei Bilder malte? Wer wird 
Giordano fiir Einen Maler halten, wenn er nicht Weiss, 
dass er bald in diesen, bald in jenen Alten sich zu ver- 
wandeln strebt? Und diese zivar sind hinlänglich be- 
kannt; wie viele aber sind minder bekannt, und verdie- 
nen doch Erwähnung, damit man nicht in Irrlhum ver- 
falle? Diese also wird man hier, wo von so vielen 
Künstlern und Stylen Kunde ertheilt wird, kennen lernen. 
Ich weiss" wohli, 
schiedenen Style nicht 
I. Bd. 
dass gelehrte Kenntniss 
der letzte Zweck ist, den 
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der ver- 
Reisende
        

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