Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1289280
494 
Drittes 
Buch. 
Römische 
Schule; 
"des menschlichen Geistes, der in Kleidern wie in Künsten das 
Neue liebt; der Ruf der Künstler; der Geschmack der Grossen, 
welche zu ihren Arbeiten Künstler wühlen, oder wühlen lassen, 
und somit andeuten, weleheBahn derjenige zu betreten habe, 
der sich heben will. Aus diesen und "xähxxlichen Gründen ver- 
iiel im siebzehnten Jahrhundert die Malerei in Rom, wogegen 
übrigens die Wisxensehaftcn emporkamen , zum Erweis, dass 
sie nicht immer mit der Kunst gleichen Schritt halten. Dnzüg 
trugen nun die traurigen Ereignisse viel bei, welche um diä. 
Ilälfte dieses Jahrhunderts Rom und den Kirchenstaat benn- 
ruhigten, die Zwietraclit der Fürsten, die Flucht der Barberini 
und andere schlimme Umstände, welche unter Papst IIlYlDCenz 
X., wie Passeri S. 321 sagt, Bestellungen selten machten, 
vorzüglich aber die furchtbare Pest unter Alexander VII. im 
Jahre 1655. Auch die Leidenschaften der lllenschcn wirkten 
hier nicht wenig ein, wie sie denn in jeder Umwälzung der 
Dinge die thätigstenund stärksten Triebfedern sind und oft" 
im besten Stande der Dinge den Grund zu einem schlimmem 
legenQ  
Der Ritter B erninii), ein grosser Baumeister, nicht aber 
Bildhauer, unter Urban VllL, Inncccnz K. und noch später bis 
1680, wo er stnrblf, entschied gleichsam; über alle Arbeiten in 
Rom. Sacchüs Feind, und C ortozla gcivogen, unterstützte 
er den Feind mehr, als den Nebenbuhier. Auch war dies leicht; 
denn so schnell und arbeitsam Ccrtona, so langsam und 
unentschlossen war Sacchi, wodurch er seinen Gönnerli 
selbst verhasst wurde. Mit der Zeit nahm Bernini den [i o_ 
manelli zum Nachtheil Pietro-w: in Schutz, und indem er! 
diesem, Baciccio und Andern die Riehtung in der Malerei 
gab, gewann er auch durch seinen Styl darauf Einfluss, der 
u-aitii. 
l) S. Nntizig des: pmfgssori (Tal disegno du Cinmbue in Aqua, 
Opern di Fil. Baldinucclz" jiarezzt. Accad. della Crusca um 
mzte ell aggmnte. Jllilmio 1812. Fa]. jl, p. 9. BerniuiYs Bildnis 
in den Rilralti rlz" alcum" cäleörz" piirnri (Ial Cav. Ollavio Liuuf, p. 
123.  Bernini ist allerdings als Bildhauer sehr ladelnswürdig; 
den" du er so Grosses leisten konnte, wie seine Cäcilia und die eo- 
lossalen Figuren an äcm Üillllllell auf der Piuzza Navona beweisen, 
so verdient er doppelte Vorwürfe, seine grossen Fähigkeiten gemis- 
braucht zu haben, um den Leifuli des ausgearteten Geschmacks zu 
erbuhlen. Q.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.