Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1289273
Zeitraum. 
Fünfter 
Cortonisten. 
Maratta 
493 
seines Talents, das Gesicht mit Säulenreihen, Friesen und Krag- 
steinen zu täuschen. Seine ureigenthü-nulichen Abhandlungen 
befinden sich in der Barberincr Bibliothek. Gianfrancesco 
Niceron, aus der Zahl der P. Minimi, klärte über diese 
Kunst durch seinen Tlzauvnaturgus npticus 1643 auf; und in 
einem Corridnr seines Klosters in Trinitä de? Monti malte-er 
einige Landschaften, die von einem andern Standorte aus Fi- 
guren scheinen. Für Sammlungen malte in der Römischen 
Akademie Viviano Codagora, welcher die Trümmer des 
alten Roms und auch eigens erfundene Ansichten malte. Die 
Figuren malten ihm Cerqnozzi, Miel und Andere in Rom; 
vor Allen war er mit Gargiuoli von Neapel zufrieden, 
wie wir bei jener Schule bemerken werden. Viviano ist 
gleichsam der Vitruv dieser Malerelasse. Er war genau in 
der Linienperspective, und folgte dem antiken Geschmack. 
Seinem Marmor gab er eine Farbe, wie ihn die Zeit giebt, 
und zwar in einem starken Tone. Was seine Bilder min- 
der schätzbar macht, ist einige Härte und der allzustarke 
Gebrauch des Schwarzen, woran man ihn von vielen VAn- 
dem unterscheiden kann, und was sie mit der Zeit auch 
ganz dunkel und unbrauchbar macht. Die meisten Iiunstlieb- 
haber kennen ihn nicht; sie nennen ihn gewöhnlich Vi- 
yiani und scheinen ihn mit Ottavio Viviani aus Brescia 
zu verwechseln, welchen die Kiinstlerverzeichnisse erwähnen, 
der auch Perspectivmaler, aber in anderer Art und anderm 
Style war, wie wir an seinem Orte sehen werden. 
Fünfter 
Zeitraum. 
Die 
Cortonisten 
schaden 
der 
Malerei 
d u roh 
schlecht e. 
Nachahmung Piektrds. 
sie 
Maratta und Andere halten 
aufrecht. 
Künste und Wissenschaften halten sich in keinem Staate lange; 
wer alt wird, verlässt sie nicht, wie er sie bei seiner Geburt 
fand. Zu diesem Wechsel trägt mancherlei bei, allgemeines 
Unglück, wie in den Zeiten nach Raffael; der Unbestand
        

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