Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1284183
XVI 
Vorwort. 
zulassen hat. Das ist aber nicht bloss Künstlern, son- 
dern auch Andern gesagt. Bei der zweiten Epoche der 
Römischen Schule bemerke ich, dass der Fortschritt der 
Kunst immer von gewissen allgemein ßngenolnmenen 
Grundsätzen eines Jahrhunderts abhängt, nach welchen 
der Künstler arbeitet und die Welt urtheilt. Um nun 
die besten Grundsätze zu verbreiten und eindringlich zu 
machen, dazu dient gerade eine allgemeine Geschichte, 
Welche ihnen erst das Siegel aufdriickt. Somit gewin- 
nen Künstler für _ihre Arbeiten, die übrigen Leser für 
ihr Ürtheil, nicht unsichere, streitige, einseitige, sondern 
feste, sichere, aus stäter vielseitiger, jahrhundertlanger 
Erfahrung hervorgegangene Grundsätze. Dazu nehme man 
noch, dass in einer so reichen Geschichte vielfältig Bei- 
spiele vorkommen, anwendbar auf verschiedene Geister, 
die zuweilen bloss darum nicht fortschreiten, weil sie den 
ihnen von der Natur vorgezeichneten Weg nicht verfolg- 
ten. Soviel iiber die Beispiele! YVer ausserdem noch 
Regeln verlangt, wird auch diese bei jeder Schule fin... 
den, nicht sovvol von mir, als von denen, welche bes. 
ser über Malerei schrieben, und die ich bei Gelegenheit 
eines oder des andern Meisters sammelte, wie ich am 
derswo sagen werde.  
Mein dritter Zweck war, die Kenntniss der Style zu 
erleichtern. In der That wird jeder Künstler oder Kunst- 
freund, wenn er den Styl jedes Zeitalters und jeder 
Schule kurz geschildert gefunden, und nun auf ein Ge-' 
mälde stösst, es leichter, wenn nicht auf einen gewissen 
Meister, doch auf einen gewissen Geschmack zurückfüh- 
ren; ebenwie Alterthiimler einer Schrift, nach Maass- 
gabe des Papiers und dervSchriftziige, ein bestimmtes 
Jahrhundert anweisen; oder, wie Kritiker aus der Schreib- 
art eines Ungenannten auf Zeit und Ort, wo er lebte, 
schliessen. Mit dieser Kunde geht man denn an die For-
        

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