Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1289204
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Buch. 
Drittes 
Römische 
Schule. 
verlangen, sich dort in Darstellung von Landungen und See- 
Wesen geübt, bis er 60 Jahr alt 1680 gestorben. Ich habe 
drei Schriftsteller angeführt, deren Unaufmerksamkcit ich nur 
zu oft rügen muss, weil sie nicht mit einander übereinstimmen 
und wol einer Prüfung bedürfen, um sie einstimmig zu machen, 
oder zu widerlegen. Was ich über Enric ots Seestücke sagte, 
hab, ich an mehrern Gemälden der Gallcrie Cnlonna beobaeh- 
tet, in deren Verzeichnis sechs stehen, sümmtlich, wie mieh 
dünkt, in einem etwas trocknen, veralteten Styl, und einem 
durchgängig röthliehen Tone, den man häufig in BrilPg 
Landschaften sieht. Einen andern Enrico di Spagna, oder 
delle Marine, von einem Styl, der einem 1680 Gestorbenen 
angemessen wäre, ;h_abc ich nie in einer Sammlung gesehen, 
noch linde ich ihn in Concafs Werken, wie sich jeder üben 
zeugen kann. Daher erkenne ich für jetzt nur den Holländer 
an, bin aber auch den Cadizer anzuerkennen bereit, wenn ich 
sichere Beweise seines Daseins in irgend einer Zeit bekomme, 
Agostino Tassi aus Perugia (sein wahrer Zuname 
war Buonamici); ein schlechter Mensch, aber treiilicher Ma_ 
1er, muss für Paul BrilPs Schüler anerkannt werden, wiew01 
er aus Eitelkeit sich inCaracciäsSchule log. Als er Sßllgn 
eine der ersten Stellen unter den Landschaftern einnahm, ich 
weiss nicht welches Verbrechens wegen, zur Galeere in Livorno 
verdammt, schwang er sich als Vervriesener  denn die Gnade 
des Fürsten ersparte ihm die Schmach eines Ruderknechtes  
Zum ersten Range empor in Darstellung von Schilien, Sah 
stürmen, Fischereien und ähnlichen Seesccnen, gleich geistreich, 
fruchtbar und seltsam sogar in Figuren und ihrer bald ein- 
heimischen, bald ausländischen Tracht. Ausserdem war er ein 
guter Prosbcctnxalcr, und im Quirinalc, wie im Palaste der 
Laneclletti hat er einen. ausserordentlichen Geschmack in Van 
zierungen bewiesen, den seine Nachahmer nnmüssig übertrieben 
haben. In Genua malte er viel "mit Salimbeni und Gen_ 
til-eschi, auch von einem seiner Schüler unterstützt, der in 
Rom geboren und in Genua cinheimiscli war, wo er tarb. In 
Raffacllo Sopranfs Geschichte wird er Gio. Batista, 
Primi genannt und als guter Seestüekmalex- gepriesen. 
Dem Tassi ähnlich an Talent, aber noch schiindlicherer 
Verbrecher vier Pietro Mulier, oder de Mulieribus, ein
        

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