Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1289196
Viert. Zeitr. 
Aufleben d. guten Geschmacks mit Barocci. 
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starb, war sein Schüler, der wol erwähnt zu werden verdient; 
so auch van der Werft. Auch zu Poussin's Bildung trug 
er bei, wie schon gesagt Ward.  
Zu diesen Landschaftern füge ich nun noch die, welche 
besonders in Darstellung von Meer und Schiffen sich auszeich- 
neten. Enrico Cornelio Urooxn heisst Enrico (li 
Sp agna, Weiler aus Sevilla nach Rom kam, wiewol er aus 
Harlem in Holland war. Er lernte bei den Brüdern Brill 
und scheint mehr darauf bedacht, die Schilihaukunst seines 
Volks, als den Wechsel und die Wirkungen des Meers und 
der Luft nachzubilden. Niemand weiss fleissiger und umständ- 
licher die Fahrzeuge aufzutakeln, um unter Segel zu gehen. 
Darum haben Manche seine Seestirckelgesucht, um Schiffe und 
Ausrüstungsweise derselben kennen zu lernen. Sandrart er- 
zählt, er lsei nach Spanien zurückgekehrt und habe Landschaf- 
ten, Städte, Fische, Seeschlaehten gemalt. Er setzt seine Ge- 
burt in das Jahr 1566; mithin musste er in den letzten Jahr- 
zehnten des sechzehnten Jahrhunderts blühen. Guarienti 
macht einen besondern Artikel E11 rico Uron von Harlem, 
als wäre es ein anderer Maler. Einen dritten hat er: Enri- 
co delle marine, und sagt, auf Palominols Gewähr, die- 
ser sei in Cadiz geboren, habe, als er nach Rom gekommen, 
diesen Zunamen erhalten, und ohne je zurück nach Spanien zu 
dafür hielten. Wir führen' also nur die Schriften an, in welchen 
Claude in seiner Tiefe und Fülle ergründet ist. Als lautere Quelle 
ist .I_ v. San rlrarüs Ikulsrlze Jlcadeznfa zu betrachten und diesem 
Verf. zu glauben, der mit so viel Gefühl und Einsicht über Land- 
schaftsmalerei und insbesondere über seinen Freund Claude spricht, 
s. f. Tlz. III. Buch, S. 71. und 331 bis 333.; ferner GOBlh6'b' 
IITnz-llelnuznn und sein Jahrhundert S. 185. Man behauptet, dass 
Claude da Zeichnen schwer geworden sei; was etwas Wahres hu- 
ben mag, da. er als ein ächter Maler Alles farbig sah und dachte, 
ohwol seine Radirungen in Iäirmen, Lieht- und Schattenmassen höchst 
geistreiche und gefühlvolle Zeichnungen sind. Auch pllegte er von 
den Landschaften, die er gemalt, leichte Zeichnungen in 'l'nsvhe zu 
lmlßhßn und für sich zu behalten: und diese Sammlung seinlifiru di 
verini zu nennen. Sie erschienen in Acquatinlamaniei" unter dem 
Titel: Lfber Vcritnlis, or a uollcclion nf 200 prints, (zfllr-r zlm 
original rlesigns uf Claude Lnrram, in Um cnllectilßzz uf Dreh: uJF 
Drunnsldre, esvccutell hy Rir-lun-d Earlvßzzz, in Um 71mmun' (z-mf taste 
"f (im drauviylgs. Val. I. Il. Lnnrlun. Es Scheint uns, als wvnll 
diese Nachbildungen nur einen schwachen Begriff von den Vurbildcru 
gaben. Q.
        

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