Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1289176
Viert. Zeitr. 
Aufleben d. guten Geschmacks mit Barocci. 
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als sie will. So bemerkt man z. B. in manchen seiner grössem 
Landsehaftezi, wie "denen des Palastes Panlili, zuweilen ein 
sinnreiehes Geflecht von lYegen, welches sich theils dem Auge 
beut, theils mit dem Geiste aufgesucht seyn will. Was Gas- 
pare darstellt, ist Alles wahr. Im Bliitteriverk ist; er so man- 
nichfaltig, als die Pflanzen selbst; nur im (iebüsch und Dickieht 
ist er etwas eintönig grün. Nicht nur lllorgenroth, Mittag, 
Abend, einen stürmischen, oder heitern Himmel weiss er dar- 
zustellen, sondern selbst die Luft, die sanft in den Blättern 
webt, den Wirbelwind, der Pflanzen entwurzelt und hinstreckt, 
Donnerstürme, Blitze und Wetterleuchten gelingen ihm zuwei- 
len wundersamlieh. Niccolö, der ihn die schöne Natur in 
der Landschaft wählen gelehrt hatte, leitete ihn in den Figu- 
ren und Beiwerken. Auch in Gaspare atlnnet Alles Zierlich- 
keit und Gelehrsamkeit; die Bauten haben viel Alterfhümliiehes; 
er bringt Bögen, zerbrochene Säulen an, wenn Griechenlands, 
oder Roms Gefilde der Schauplatz sind; oder, wenn Aegyp- 
ten, Pyramiden, Obelisken, Götzen des Volks. Die Figuren, 
welche er anbringt, sind gewöhnlich. nicht llirten und Heerdein, 
wie bei den Niederllimlern; sondern alte Geschichten, Fabeln, 
Sperberjagilen, lorbeerbekriinzte Dichter und andere niinderige-v 
wöhnliclie Darstellungen sind mit: so "viel Lust ausgeführt, 
dass sie oft Miniaturbilder scheinen. Ans seincri Schule gin-l: 
gen wenig Schüler hervor. Für seineiti ivahren Nachahriierlhäly- 
ten Einige nur Crwescenzio di Onofri e; von welchem we- 
nig in Rom zu sehen ist; auch in Florenizi kennt zijanywenig 
von ihm, wiewol 'er'viele Jahre in Üiensiten des 'Fiirsltenhhause's' 
war. [Er soll _viel für die fürstlichen Landhäuser gearbeitet 
haben; und dass er auch für Privatsanlmluligen gemalt, sehliesst 
man aus einigen sehr schönen Landschaften, welche der Kanz- 
ler Scrilli nebst dem Bildnis seines Grgissvaters Angeln be- 
sitzt, weder Maler seinen Namen und das Jahr_ 1712 unter- 
pzeicbnete, wo er es malte. Nach diesem bist Gio. Domenieo 
Ferxacuti von Macerata zu erwähnen, in wveleher und an. 
dem Städten v__on Piceno viele von. ihm gemalte , meist 
schneebedeckte Landschaften. übrig sind, worin er besonders 
stark war.  '  
Claude von Ilothringen wird jetzt für den Besten 
Landchafter gehalten; und allerdings sind seine Arbeiten die 
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