Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1289166
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Buch. 
Drittes 
Römische 
Schule; 
zwanzigsten Jahre, und liess sich in Rom nieder, wo er fagg 
sechzig Jahr alt starb 52). Sein Grab mit Lobixischrift und 
Bildnis ist in der Engelkirche; ein anderes Bildnis von ihm 
in der Gallerie Chigi, welches Paseoli nicht recht verstan- 
den zu haben scheint, Das Bild stellt eine iValdeinütle vor; 
(laisitzt ein Dichter (den: Gesicht nach, Rosa) und vor ihm 
ein Satyr; womit auf die satyrische Dichtung, welche er sich 
zur Aufgabe setzte, hingedeutet wird. Daraus macht nun 
Pascoli den Pindar, welchem der Gott Pan erscheint. B3B 
tolommeo Torregiani, sein Schüler, der jung starb, Le_ 
friedigte in Landschaften, verstand aber nicht die Figuren da- 
zu zu Wählen. Giov. Ghisolfi, ein liiailänder, der sieh auf 
Perspeetive legte, erinnert in seinen Figuren an Salvatorßs 
Grundsätze. - 
Gaspar Dughet, oder Poussin, ein Römer, gleicht; 
dem Rosa nur in der Schnelligkeit. Beide konnten in einem 
Tage eine Landschaft anfangen und beendigen, und sie noch 
mit Figuren verzieren. Uebrigens aber sucht P oussin immer die 
schönsten Gegenden, die heiteristen Ansichten auf; schlanke 
Pappeln, anmuthige Platanen, klare Quellen , weiche iVieseyb 
stiieke, leicht ersteigbare Hügel, Landhäuser, die vor Sonb 
mergluthen schützen und Lustörter der Grossen sind. Was um. 
das Tuseulaner, oder Tiburtiner Gebiet, und Rom selbst ReL 
zendes hat, wo, nach Martial, die Natur alles anderwärtg 
zerstreute Schöne sammelte, alles bildete dieser Künstler ab_ 
Auch malte er Landschaften aus der Idee, gleich wie Torqua- 
to Tasse in den Oetaven, worin er Armidens Gärten Im, 
schreibt, vieles Anmuthige, was er hier und da an mehrern 01-, 
ten gesehen, vereint. 
Trotz dieser seiner begeisterten Vorliebe für das Reizende 
und Anmuthige, behaupten Viele, es gebe unter den Landsehaf. 
tern keinen grössern Maler. Er hatte von Natur eine Begei- 
sterung und, so zu sagen, eine Sprache, die mehr ausspricht, 
52) Sa]. Rosa war ein verwegener, geistreicher, wilder Mensch, 
3888811 Charakter sich in allen seinen Handlungen und Werken aus- 
spricht. Er ist, als ßiale-r, Kupferstecher und Schriftsteller geschätzt. 
Seine hßuptsächlichslen Schriften Sind Satyren. Sein Leben ist in 
neuererZeit von der Lady Morgan zum Sluff eines Buchs gebraucht 
worden, welches alle Sittlichkeit und Ordnung verhöhnt. Q.
        

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