Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1284175
Vorwort. 
XT 
Mein zweiter Ziveck war,- die Kunst möglichst zu 
fördern. Es ist ein altes Wort, dass jeder KunstBei- 
spiele mehr frommen, als Regeln. Von der Malerei gilt 
dies ganz besonders. Wer ihre Geschichte nach dem 
Muster gelehrter Alten schreibt, IllllSS nicht lJlOSS den 
Fortgang erzählen, sondern auch dem verborgenen Ur- 
sprunge dieses Forlganges nachspiiren. Ünd so wird man 
denn hier bei jeder Schule die Ursachen finden, Warum 
die Malerei Vor- oder Riickschritte that; und da dies 
immer wieder dieselben sind, so werden sie thatsäeh- 
lieh lehren, was man in dieser Hinsicht zu thun oder 
S. Bottai-Ps Bem. zu Brl. 2. 5 79. Ueberhaupt gilt: dies von an- 
dern (ieschichtschreibern, wie B0 ttari selbst in einer Anm. zu einem 
llrlalerbriete (IM. 4. S. 366) zeigt. Dasselbe tadelt er an Orlandiis 
VVöi-terbuclie in einem andern Briefe (Bd. 2. S. 318), wo er es ein 
nützliches, aber so fehlerhaftes Werk nennt, dass man es, ohne die 
angeführten Hlerke elbst zu besitzen, nicht; brauchen könne, Die 
vierte Ausgabe dieses Werks mit Berichtigungen und Zuätzen von 
G ußll" i e n ti erschien zu Ven. 1753 ; aber seine Zusätze vertragen noch 
andere wol eben so starke, als das Werk selbst. S. Bottari Ma- 
lerbr. H. 3. 5.353. Crespi in den Lelicnsbesclrreibungen Bolagnischer 
Maler zu S. 50. Wer dies Werk nicht gelesen, glaubt gar nicht, wie 
oft er O rlandi, wo er ihn verbessern will, verderbt. Er verviel- 
fiilligt Maler um der geringsten Namenverschiedenheit willen, mit wel. 
eher sie von Andern angegeben werden. So sind P i e r an to n i d T or re 
und A nto nio T orri für ihn zwei Maler. Indess sind manche seiner 
Artikel über Künstler, die Orla n d i xiichtkannte, nützlich ; -wesshalb er 
denn zwar mit Vorsicht zu brauchen, keineswegs aber zu verwerfen 
ist. Der lezte Abdruck in zwei Bänden ist mit vielen Namen seit kur-" 
zem verstorbener, oder noch lebender und zumeist höchst mittelmüssi- 
ger Künstler vermehrt. Daher habe ich ihn bei meiner Geschichte we- 
ilig gebraucht, Auch glaube man nur, dass er hinsichtlich der alten 
Maler nichts hilft, wenn man nicht die zu Florenz in 12 Bdn, her- 
ausgekommene Serie degli umnfnipiiz illustri inpittura ccc. besitzt, 
nn welche man in jenem Wörter-buche ott; verwiesen wird. Auch 1a. 
Co mbe's Taschenwörterbuch ist denen, welche Genauigkeit lieben, 
nicht zu empfehlen. Einen Beweis seiner Ilngenauigkeit gebe ich bei 
Gelegenheit des Palm ave cch in. Uehrigens betreffen meine Berichti- 
gungen mehr Italienische Schriftsteller, woraus Ausländer, die über uns 
sere Künstler schrieben, immer schöpften, oder wenigstens schöpfen 
gesßllt hätten, L.
        

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