Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1289031
Viert. Zeitr. 
AnHeben d. guten Geschmacks mit Barocci. 
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auch nach seinem Beispiel viel mit seinen Gehülfen arbeiten, 
aber sich freilich auch mit dem Mittclmüssigen begnügen lern- 
te. Manches indessen von seiner Hand ist vortrefflich, nur 
wiederholt er sich zu sehr in Fehlern und Gründen, verkürz- 
ten Köpfen, vollen und. rothen Gesichtern. Seine Zeichnung 
ist ein Gemisch von Florentinischem und Römischem. In Wand- 
gemahlen liebt er ein heiteres, glänzendes Cvolorit; in Geige- 
miilden dagegen braucht er ernstere und gemässigtere Tinten, 
und verbindet sie zu einem allgemeinen ganz ruhigen und sanf- 
ten Tone. Er verziert sie gern mit gutgedachten und anmu- 
tlllgßll Landschaften. Unter seine besten Arbeiten in Rom 
rechnet man den Tod des Ananias und der Sapphira in der 
Karthausc, in der Peterskirche in Mosaik wiederholt. Auch an- 
dere Mosailcarbeitiexi dieser Kirche irurden nach Gartens von 
ihm ausgeführt; und im Lateran ist die 'l'aufe Constantinßs ein 
grosses historisches Gemälde "von Roncalli. 
Sein ausgezeichnetes Werk ist die Kuppel von Loreto, 
welche reich an Figuren ist, dic aber von der Zeit gelitten 
haben, bis auf einige Propheten, welche in der That sehr 
grossartig sind. 1m Schatz dieses Heiligthums malte er viel 
aus dem Leben der Madonna, aber nicht alles gleich glücklich, 9 
vorzüglich in Rücksicht der Perspcctivc. Diesen bedeutenden 
Auftrag bekam er durch die Gönnerschaft des Card. Crescenzi 
mit Caravaggio zugleich, der ihm dafür durch einen Seim? 
Meuchler das Gesicht zerfetzen liess, und mit Guido Reni, 
der sich anders dafür rächte, indemier nämlich durch seine 
Arbeiten zeigte, dass errkeine Hintansetzung verdiente. Nach 
dieser Zeit war Ronycalli in den Städten von Piccno sehr 
belicbt, welche desshalb voll von seinen Bildern sind. Bei den 
Eremitani in S. Scverino ist von ihm ein Noli me trmgere, in 
Ancona in S. Agustino ein betender Franeiscus, in Osimo in 
S. Palazia diese Heilige, welches seine auserlesensten Bilder 
sind. In derselben Stadt im Hause Galli malte er von unten 
nach oben das Urtheil Salon1on's, vielleicht sein bestes Wand- 
bild. Er konnte seinen Styl verändern, wenn er wollte. Bei 
March. Mancinforti in Ancona hab' ich eine Erscheinung von 
ihm gesehen, die aus der Venezianer Schule zu seyn scheint 40). 
K40) Ueber 
cum" celcbri 
Crisloforo Roncalli drdlc Poazmrancie s, Rilralti di ul- 
piltari de! secalo XVII. 1731. p. 13. Bei seiner lief
        

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