Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1288996
171011. Zeitr. 
Alzfieben d. guten Geschmacks mit Barocci. 
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andeuten und nahm die Ideen von natürlichen Dingen, ohne 
ihnen irgend eine Bestimmtheit zu geben; worüber Kenner ur- 
theilen mögen! Für eins seiner vier besten Römischen Bilder 
gilt der heil. Romuald, unter seinen Mönchen sitzend 35); eine 
schwierige Aufgabe wegen der vielen wcissen Gewänder! Aber 
Saechi traf einen Ausweg, der empfehlungs- und wunderns- 
werth bleibt: er malte einen grossen Baum dazu, dessen Schat- 
ten einige Figuren trollen musste , und so brachte er in die 
eintönige Farbe einen wundernswürdigen Wechsel. Schön ist 
auch sein Ucbergang der heil. Anna in' S. Carlo a' Catinari, 
der heil. Andreas im Quirinal, der heil. Joseph a Capo alle 
Case. Auch Perugia, ldoligno, Cameriixo haben Altarbilder von 
ihm, welche Zierdcn dieser Städte sind. Er genoss den 
Ruf eines freundlichen und gelehrten Lehrmeisters. Eine 
Lehrstunde, wie er sie dem Francesco Lauri gegeben, 
findet man im Leben dieses seines berühmten Zöglings von 
Pascoli, der kurz vorher angiebt, er habe seine Nachrichten 
grossentheils von den alten lllalern Roms gesammelt. Mag er 
doch manche eigene, oder fremde Ansichten mit eingemischt 
haben, wie es denn in Geschichten zu gehen pflegt, wo unmit- 
telbar Gesprochenes mehr nach Wahrscheinlichkeit, als urkund- 
lich ,treu behandelt wird; die hier von Sac chi beigebrach- 
ten Grundsätze sind seiner würdig, als der das Wahre, Ge- 
wählte, Grossartige liebte; und in der That scheint es, er habe, 
um seine Figuren in jeder Handlung würdevoll darzustellen, 
Quintilians Vorschriften vor Augen gehabt, die dieser für 
die Gebärden des Rcdncrs gab und Sacchi wiederholt. Er 
hatte zahlreiche Schüler, unter welchen sein Sohn, Joseph 
Sacchi, als er Canventual geworden, das Bild in der Saeri- 
stei der Apostel malte. Sein grosser Schüler aber war Ma- 
ratta, von welchem, wie von mehrern seiner Mitschüler, in 
einem andern Zeitraumel 
Caraccist, man weiss 
Giambatista Salvi, von 
Schule, war 
S alss o fer- 
aber nicht, welcher 
seinem Geburtsort 
35) St. Romuald ist von Jacob Frey leicht, kräftig und so ge- 
stochen, dass es eine trefkliche Wirkung macht. Das Gemälde [wün- 
det sich jetzt im Valicau. SacclnPs Styl erinnert durch großartige 
Massen an die Spanische Schule. Q. 
'l. Bd. G g
        

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