Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1288981
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Drittes 
Buch. 
Römische Schule. 
Virgilio Dueci aus Cittä di Castello ist wenig be- 
kannt unter Alban o's Schülern, steht aber darum vielen B0- 
lognern in Nachahmung des Meisters nicht nach. Zwei Bilder 
aus Tobias Leben in seinem Geburtsort in einer Capelle des 
Doms sinil mit ungemeiner Feinheit und Anmuth ausgeführt, 
Ein Römer Antonio Catalani ist uns durehMalvasia 
bekannt geworden, mit ihm der innigste Freund Albanißg, 
Girolamo Bonini von Ancona. Diese hielten sieh in B6- 
logna auf und wurden dort, wie wir bei jener Schule sehen 
werden, angestellt. Vom Zweiten naeldet die Geschichte, dass 
er auch in Venedig und Rom lebte; Orlandi rühmt eine Ma_ 
lerei von ihm in dem Saale Farnese, welche entweder llicht 
mehr vorhanden, oder in Titids Wegweiser nicht beachtet 
worden ist.  
Endlich ging aus Albani's Schule Andrea Saechi 24) 
hervor, der beste Colorist, dessen sich die Römische Schule 
nach ihrem Fürsten rühmen kann, und einer der vorzüglichsten 
Zeichner; eine Uebung, die er bis an seinen Tod fortsetzge! 
Tief in der Theorie, war er eben darum in der Ausführung 
schwierig und langsam. Er pflegte zu sagen, das Verdient. 
eines Malers bestehe nicht darin, dass er viel mittelmiissige 
Bilder liefere, sondern uwenig vollendete. Daher sind seine Ge- 
mälde selten. Seine Compositionen haben nicht überviel Figu_ 
ren, jede aber scheint an ihrer Steile nüthig, und bewegt sieh 
nicht, wie er es ersann, sondern wie es die Handlung ihr eim. 
giebt. Sacchi weiset das Niedliche, Artige nicht ab, aber 
er scheint! für das Grosse geboren; ernste Gesichter, maje, 
istiitisehe Stellungen und Gebärden, leichte Gewandung mit we- 
nig Falten, ernste Farben, ein durchgehender Ton, welcher den 
Gegenständen Harmonie, dem Auge eine anmuthige Beruhigung 
gewähret. Ueberall verschmäht er das Irileinliehe und lässt, 
nach dem Beispiel vieler alten Bildhauer, immer einige 111cm, 
unentschieden; wie seine Lobredner sagen. Anders sprich; 
Mengs über ihn: Saechi lehrte die Gemälde gleichsam nur 
L 
und eher von ihm als. die Heiligen in Ara Coeli. So geht es mig 
vielen andern, die wir rühmend nennen, weil sie Gutes geliefert. 
L. 
34) Vergl. Goethd 8 lßäzckelncavln. S. 178. 203. 216. 218. 225; 
' W".
        

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