Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1288978
Viert. Zeitr. Aufleben d. guten Geschmacks mit Barocci. 
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 Auch Albano hat sich übrigens um die Römische Male- 
rei sehr verdient gemacht. Von ihm lernte Giambatista 
S peranza, ein Römer, Wandmaler vom besten Geschmack 
in dieser Hauptstadt. Sieht man ihn Jin S. Agostino, in S. 
Lorenzo in Lucina, und anderwärts, wo er heilige Geschichten 
malte, so gewahrt man gar bald, dass seine Zeit nicht die der 
Zuccheristen ist; es ist die Zeit der Ueberlegung, auch für 
Wandmaler. Vom Albano und Guereino lernte auch Pier- 
francesco Mola di Como n) den schönen Sttyl, der Beide 
vereint. Er entsagte CesarPs Grundsätzen, der ihn viele 
Jahre unterrichtet hatte; und, nachdem er in Venedig das Co- 
lorit sehr fleissig studirt hatte, schloss er sich an die beiden 
Bologner, vorzüglich an Albano. Ihm kam er nie an An- 
muth gleich; aber in der Färbung war er kräftiger, in der 
Eriindung reicher, und wo es Geist und Munterkeit galt, eng. 
schlossener. Rom, wo er in noch frischer Kraft starb, als er 
schon im Begriff stand, als Hofmaler nach Paris zu gehen, 
Rom, sag' ich, hatte in mehrem Kirchen viele, besonders Wand- 
gemälde von ihm, und im Quirinale den wiedererkannten Jo- 
eph, der sehr schön war. Die Gallerien haben viel Bilder von 
ihm, wo man oft zweifelhaft wird, ob ausser der Landschaft, 
worin er vortreiilieh war, auch die Figuren von ihm, oder von 
Albano seien. Er zog dort drei Schüler, Welche, nach dem 
Ruhm dßS Colorits strebend, es an den Quellen suchten, wor- 
aus der Meister geschöpft hatte, und ganz Italien durchreisten. 
Es sind folgende: Antonio Gherardi da Rieti, der nach 
Mola's Tode die Cortoner Schule besuchte und zu Rom in 
mehrern Kirchen malte, wo er denn mehr leicht, als zierlich 
erschienn); Gio. Batista Boncuore, aus Abruzzo, stets 
von grosser Wirkung, zuweilen etwas schwerfüllig33); Giov. 
Bonatti aus Ferrara, den wir für seine Schule aufsparen. 
31) Goethe's PVinckeInnznn. S. 175. W. 
32) Pascoli hat ihm die heil. Rosalie in der Illngdailenenkircha 
wieder zugeeignet, die Tili dem nicht schlechten hinler Miuhele 
Rocca, genannt il Parmigianino, zugeschrieben halle, welcher 
wohl gekannt zu werden verdimt, damit er nicht elwn. mit M uzzuo- 
1a, oder wenigstens mit Scaglia verwechselt werde, Bald darauf 
wird auch Grecolini genannt, dessen Name dort ehrenvoll er- 
wähnt, hier nicht vermisst werden wird. L, 
33) Eine Heimsuchung von ihm ist in der Waisenkirehe zu sehen,
        

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