Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1288963
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Drittes 
Buch. 
Römische 
Schule. 
frau mit" dem heil. Kinde, und im Unterbau des Doms an der 
Decke drei Vertiefungen und zehn Engel gemalt, dazu als Al- 
tarblatt das Martyrthum des heil. Erasmus, des Bischofs der 
Stadt, der dort begraben liegt. Brandi pflanzte den  
schmack seiner Schule nicht "fort; denn keinen Schüler von 
Ruf hinterliess er ausser Feliee Ottini, der noch jung eine 
Capelle bei den Jesuiten und Maria malte, und bald (larauf 
starb. Orlandi giebt ihm noch einen Carlo Lalnparglli 
di Spello zu, der in Rom in der heil. Geistkirchc ein Bild 
hinterliess; sonst keinen. Alessandro Vaselli ilfbßitgte 
auch wenig in einer andern Kirche zu Rom. 
Nach Brandi muss Giaeomo Giorgetti von Assigi 
erwähnt werden, der ausser seinem Geburtsortes und den um_ 
liegenden Städten wenig bekannt ist. Er soll schon in Rom 
die Zeichnung erlernt haben, ehe er von Lanfranco das Cm 
lorit lernte und ein guter Wandmaler ward. Im Dom zu A5„ 
sisi ist in einer Capelle ein Wandgemälde mit vielen Figuren 
von ihm; und in der Sacristci der Conventualen mehrere B11- 
der aus lllarialLeben, auch auf Kalk; Werke, die sehr gut co_ 
lorirt sind, und viel ausgeführter, als Lanfranco pflegte_ 
Wäre daran etwas auszusetzen, so wären es die Verhältnisse 
der Figuren, die zuweilen senkrecht schwingen und sclnvebem 
Sein Name steht in der Descriziune della chiesa cli S. Frau- 
eesco di Perugia nebst dem seines Mitbürgers und Zeitgenossen 
Girolamo Marinelli, den ieh nirgends sonst gelesen, noch 
gehört habe. 
Giovanni unterrichtete in Rom eine Dame von Stande, 
von Welcher in der Kirche der heil. Lucia alle Bilder sind, 
vom Meister gezeichnet, von ihr colorirt. Sie hiess Cate- 
rina Ginnasi. MitLanfranco waren auch in Rom Men-" 
gucci aus Pesaro, und andere, die später ausserhalb Rom leb- 
ten und anderwärts von uns erwähnt werden sollen. Man hat 
aucli Bcinaschi dazu gesetzt; aber dieser war nur ein treß_ 
lieher Copist und Nachahmer, wie wir im vierten Buche sehen 
werden. Soviel aber kann man hier behaupten, dass kein Ca- 
raeeist in der Römischen Schule mehr Anhänger hatte , als 
Lanfranco, von welchem Pietro di Cortona, das Haupt; 
einer unzählbaren Familie, viel lernte, und die ganze Schaar 
der Grossmaler viel annahm und annimmt.
        

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