Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1288912
Viert. Zeitr. 
Aufleben d. guten Geschmacks mit Barocci. 
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Der Erste war glücklicher Nachahmer des Meisters, der ihn 
lange seine Urbilder copiren liess. In der Theatincrkirche auf 
Monte Cuvallo ist ein Gemälde des Stifters und des heil. 
Andrea Avellino mit Engeln, die von Zampieri selbst ge- 
malt scheinen, von ihm; er wählte in dieser Gattung die zier- 
lichsten Formen, und gab ihnen schöne Regsamkeit und Be- 
wegung. Von ihm wird im vierten Buche nochmals die Rede 
seyn. Der Zweite, welcher auch SacehPs Schule besuchte, 
lebte länger in Rom, und wer ihn kennen lernen will, beur- 
theile ihn nicht nach der Capelle, die er noch jung in seiner 
Vaterstadt malte, sondern suche ihn in der Hauptstadt auf. 
Da. sind im heil. Andrea delleValle der heil. Gaetano, gleich- 
zeitig mit dem vorhergenannten heil. Andrea von Barbalun- 
ga, die Himmelfahrt in der Rotonda, die fromme Trauer bei 
den Capucinern, und mehrere geschätzte YVandbilder in der 
Lateraner 'l'aufcapelle und der Basilica. des heil. Petrus, die 
ihn nicht viel weniger denkwürdig machen, als seinen Mit- 
schiiler. Wenn er etwas zaghafter und minder gewählt war, 
als dieser, so hatte er doch eine Natürlichkeit, Anmuth und 
einen Geschmack in Tinten, welche der Rönxischen Schule Ehre 
machen, der er in Gio. Carbone di S. Severino einen Zög- 
ling von einigem Rufe zuführte. Man möchte WOl sagen, sein 
und Domenichino's Stern seien" derselbe gewesen; auch 
er ward weniger geschätzt, als er verdiente, von feindseligen 
Verwandten gequält, und starb vor der Zeit verbittert. 
Franceseo Cozza, von Geburt ein Calabrier, wohnhaft 
in Rom, im Leben treuer Gefährte Domenichinws, voll- 
endete nach dessen Tode einige Werke desselben, und führte 
viele von eigener Erfindung aus, wie man im Titi sehen 
kann. Er scheint von seinem Meister mehr die Gelehrsam- 
keit, als die Zierlichkeit geerbt zu haben. Ein schönes Werk 
von ihm it die ausgelöste, oder zurückgekaufte Jungfrau zu 
S. Francesca Romana über den Häusern. Ausser Rom sieht man 
selten etwas von ihm weder öffentlich, noch in Privathüusem, In 
Kenntnis der Künstlerhände galt er für höchst erfahren, und 
in Streitfragen dieser Art, wie sie häufig in grossen Städten 
aufgeworfen werden, galt seine Stimme für unbeseheltbares Ur- 
theil. Von Pietro del Po, ebenfalls Schüler des Domeni-
        

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