Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1288869
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Drittes 
Buch. 
liönliselne 
Schule. 
Seite U. L. F.; beide haben die gcmeinsien Zügc, römische 
'l'raeht und sind sicher nach einer Frau und einem Mädchen 
gezeichnet, wie sie ihm eben vorlcamexi. So verfuhr er. mei- 
stens; ja, er schien sich am meisten zu gefallen, wenn er viel 
Uebertriebenes fand, rostige Waffen, zerbrochene Gefiisse, vcr- 
altete 'l'rachten, entstellte und verdorbene. Körperformen Da- 
mm wurden auch später manche seiner Gemälde von den Al_ 
tiiren genommen, besonders -eins alla Seala, welches die Heim- 
suchung der Maria darstellte, wo ein widrig geschwollene: 
Leichnam ivar.  
Rom hat wenig Bilder von ihm, darunter die heil. M. von 
Lcreto in S. Agostino; das beste aber ist die Kreuzabnahmg 
in der Vallicella, welche dort zu BaroecVs lachendem, um] 
Guidos angenehmem Style in andern Altarbildern einen wun- 
derbaren Ahstieh macht, Meistens diente cr für Bildersamm- 
langen; als er nach Rom kam, malte er Blumen und Früchte, 
dann ablange Bilder mit halben Figuren; was nach ihm sehr 
in Aufnahme kam. Da malte er bald heilige, balll gemeine 
Gegenstände, besonders aus dem gemeinen Leben, Trunken- 
heit, Zaubereien, Einkäufe von Eslsbarcm. Im Hause Bon 
ghese bewundert man das Mahl zu Emmaus, den heiligen BH- 
stian auf dem Campidoglie; in der panfilisohen Sammlung die 
Hager mit dem sterbenden Ismael, und die Obsthüxiallerin, die 
in der Hauptfigur und den Beiiverken höchst natürlich ist. Noch 
vorzüglicher stellte er Zaubereien, Morde, nächtlichen Vgl, 
rath dar, denen er selbst nicht ganz fremd war, wesshalb u. 
auch ein miihseliges und geschichtlich schnödes Leben führte. 
Eines Mordes wegen verliess er Rom und blieb einige Zeit in 
Neapel; von da ging er nach hlalta, wo er wegen seiner treff; 
lieh dargestellten Plnthauptung des heil. Johannes im Betsaale 
der Conventual-Kirche vom Grossmeister das Kreuz erhielt, 
mit einem Cavalier Streit bekam und ins Gefängnis gewqrfen 
ward. Mit Lebensgefahr entflohen; wollte er, nachdem er ei- 
nige Zeit in Sicilien gelebt, wieder nach Rom, kam aber nicht 
über Porto Ercole, wo er 1609 an einem bösartigen Fieber 
Starb. Er hatte in den vorerwiihnten Landschaften viel ge- 
malt, wie n-ian aus seiner weitläuiigen Lebensbeschreibung von 
Gio. Pietro Belllori ersehen kann. Von seinen besten
        

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