Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1288858
Viert. Zeitr. 
Aufleben d. guten Geächmacks mit Barocci. 
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dere aus der Schule des Claudia wird man in Verona iin.. 
den, Wohin er auf kurze Zeit zurüciikehrte; und in Bologna 
wird auch des Cantarini geilacht werden, unter dessen Mei- 
ster auch er gezählt wird. Indess kehren wir aus diesen land- 
schaftlichen Schulen, die zuerst wieder aufblühten, zur Haupt- 
stadt zurück, wo wir schon den Caravaggio, die Carac- 
ci und andere Verbesscrer der Kunst finden. 
Michelangiolo Amerighi, oder Morigi da Ca- 
ravaggio M) ist in diesem Zeitraum merkwürdig, inwiefern 
er die Malerei von der Manier zur YVahrheit ü) zurückführte, 
sowol in den Formen, die er immer aus der Natur nahm, als 
im Colorit, welches er ohne Zinnober und Blau aus wenigen, 
aber wahren Tinten auf Giorgonesche Weise m) hcrvorbrachte. 
Daher Annibale zu seinem Lobe sagte, er kaue Fleisch, und 
Guercino wie Guido ihn bewunderten und beniitzten. Ein- 
geweiht in die Kunst in Mailand, iron da. nachVenedig gegan-i 
genr, um nach Giorgione zu studiren, hatte er anfangs die 
mässige Schattengebung, wie jener grosse Meister; in diesem 
Style sind einige seiner geschütztesten Bilder. Später über- 
liess er sich seinem trüben und iinstern Sinne, und gab die 
Gegenstände wenig licht, mit stark überladenen, vertieften 
Schatten Wieder. Seine Gestalten scheinen wie in einem 
schwach und von oben erleuchteten Kerker zu wohnen. So 
sind seine Hintergründe immer finster, die Handelnden stehen 
auf Einer Ebene, und fastiohne alle Abstufung; glcichwol be- 
zaubern seine Bilder durch den grcssen Abstich von Licht und 
Schatten. Richtige Zeichnung und iVahl des Schönen darf 
man bei ihm nicht suchen. Er verlachte das Streben, einen 
Kopf zu veredeln, eine schöne Gewandung herauszubringen, 
oder ein griechisches Standbild nachzuahmen; Seine Schönheit 
war Alles, was wahr war. Im Palast Spada ist P7) von ihm ei- 
ne heilige Anna mit weiblichen Arbeiten beschäftigt, ihr zur 
14) Vgl. G0 elbfs Urinckclnznizn. S, 173. 224. 180. IV. 
15) D. i. zur gemeinen Wirklichkeif. Q, 
16) Es it eine Beleidigung Ginrgionrvs, ihn mit C. zu ver- 
gleichen, der nur die Fehler des grossen Vorbildes und die durch 
die Zeit entstandenen Verdunkelungen der Schatten naehahmle. Q._ 
17) Jetzt nicht mehr.  Q1 
Ff
        

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