Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1288817
Viert. Zeitr. 
AuHeben d. guten Geschmacks mit Barocci. 
447 
dem Palast des heil. Johannes gearbeitet; und seltsam wäre 
doch, dass dies alles dem Baglione unbekannt gewesen seyn 
sollte, der von Lilio und Andern dergleichen geschrieben, 
Picchi aber gar nicht erwähnt. Wie dem auch sei, auch 
dieser ist ein bedeutender Künstler, dem Barocciis damals 
gangbarer Styl gefallen musste, wenngleich er ihn bald weni- 
ger, wie in dem grossen Gemälde della cintum in S. Ago- 
stino zu Rimini, bald mehr beibehielt, wie in den Bildern des 
heil. Marine, welche er in der Kirche dieses Heiligen in vor- 
genannter Stadt malte. Andere OeI- und Wandgemälde von 
ihm sind in seiner Vaterstadt Urhinofin Cremona und ander- 
würts; und wiewol sie gross sind, nämlich Betsäle und ganze 
Kirchen, konnten sie ihm doch nicht viel Mühe machen, da 
er in Rom so äusserst fleissig und rasch gemalt hatte 9). 
Zu Federigo's Schule gehörig wird auch in S. Gine- 
sio, einem Orte in der Mark, D omenico Malpiedi geach-. 
tet, von welchem das Martyrthum des heil. Ginesio und Elen- 
terio ist, die sehr gelobt werden. Es sind auch noch andere 
Arbeiten von ihm übrig, und aus den ihm dafür gezahlten 
Preisen schliesst man, er habe im Rufe eines tüchtigen Künst- 
lers gestanden, wie man durch Colucci erfährt. Er lebte 
1596 und um dieselbe Zeit auch ein anderer Malpiedi, der 
in S. Franccsco zu Osimo eine Kreuznbnahme malte, und da- 
zu schrieb: Franciscus ßlalpedius de S. Ginesio; ein sehr ein- 
faches unbedeutendes Bild, wo man höchstens im Colorit, und 
da noch fern, Barocci erkennt! 
.Der Wegweiser in Pesaro schreibt derselben Schule als 
sehr guten Maler zu Terenzio Terenzj, mit dem Beina- 
men il Rondolino, von welchem dort vier Bilder öifentlich 
zu sehen sind, und mehrere andere in den Umgebungen der 
Stadt (p. 80). Daselbst wird auch angegeben, dass er in 
Rom dem Cardinal Rovere diente und in S. SiIWStYO ein Bild 
aufstellte. Das Bild des heil. Silvestro in capite, welches U. 
L. F. unter mehreren Heiligen darstellt, wird von Titi einem 
Terenzio von Urbino zugeschrieben, der, nach Baglione, 
dem Cardinal Montalto diente. Ich zweifle nicht, dass in den 
9) Fiissli im Jzllg. Künsllcrlearil-an Tlß. 2. 
Grund, dass 91' Picchi um 1650 blühen lässt. 
(adelt 
I. a n z i ohne
        

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