Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1288805
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Driftes 
Buch. 
Römische 
Schule. 
aus der Gewohnheit dieses glänzenden Hofes vermuthen, wg]_ 
eher aus Italien die grössten Meister, oder ihre Schüler in 
seine Dienste zu nehmen pflegte. Da ich jedoch keine gewissß 
Kunde hierüber habe, auch keine Andeutung in ihrem Style 
finde, so wage ich nicht diese Beiden dem Barocci als Schi]- 
ler bcizugeben, sondern nur, wie dem auch sei, ihrem ruhm- 
vollen Geburtsorte wiedcrzusehenken, von welchem sie sich 
losgerissen.  
Von Auswärtigen haben Einige Andrea Lilio von An- 
cona für Barocci's Schüler gehalten; ich erachte ihn mehr 
für seinen Anhänger, und zwar mehr im Colorit, als übrigenm 
Er nahm an den Arbeiten unter Sixtus Theil, und malte auch 
für Kirchen, meistens Wandgemälde, zuweilen in Geellschaft 
mit Sordo von Urbino. Er ging als Jüngling dahin und 
lebte dort bis zur Regierung Pauls V., kam aber in der Kunst 
durch häuslichen Kummer zurück, welcher gewöhnlich die Kraft 
des Körpers, wie des Geistes bricht. Ancona hat mehrere 
Wandgemälde von ihm, von verschiedenem Werthe. Auch 
Oelgemälde von ihm sind bei den Paolotti, in S. Agostino, und 
hier in der Sacristei einige sehr geschätzte Bilder aus des heiL 
Nikolaus Leben. Vor allen preist man sein Martyrthum des 
heil. Laurentius, welches Viele dem Barocci zuschreiben; 
worüber man Alöorldots Wegweiser und die Cntl1ilrinenkir_ 
ehe sehen kann, wo es sich befindet. Ein grosses Werk von 
ihm ist im Dom zu Fano das Bild aller Heiligen, gut nnge_ 
ordnet trotz der vielen Figuren, und sehr mannichfaltig, ja, im 
guten Baroccischen Geschmack, wenn nicht gezeichnet, dgch 
gemalt. 
Von Giorgio Picchi aus Durante schrieb ich in der 
frühem Ausgabe als einem Schüler BaroecPs, wo ich dem 
Gerüchte, das in Pesaro und Rimini hierüber in Umlauf ist, 
folgte; nachdem aber Colucci die Chronik von Castel Du_ 
rante bekannt gemacht hat, wo von diesem einige Jahre frü- 
her gestorbenen Künstler ausführlich gehandelt wird, habe ich 
hierüber keine Auskunft gefunden. Ich weiss also nicht, ob 
man über ihn nicht eben so urtheilen muss, wie über Lilio, 
mit welchem er zu Zeiten Sixtus V. zu Rom gewesen seyn 
muss, wenn die Chronik wahr berichtet. Sie erzählt nämlich, 
er habe in der Vatieanischen Bibliothek, der Scala Santa,
        

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