Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1288794
Viert. Zeitr. 
Auileben d. guten Geschmack s.mit Barocci. 
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besonders in den Werken der Barmherzigkeit, vierzehn aus der 
Schrift gezogenen und in der Kirche der Carita dargestellten 
Bildern. Gebildete Fremde sehen sie mit Bewunderung, und 
seltsam ist es immer, dass ein Maler, der wohl verdiente, dass 
man sein Leben schriebe und seine Bilder aufzeigtc, bis jetzt 
in den Kunstwörterbüchern noch keine Stelle gefunden hat. 
Auch die von ihm mit Wandgemälden geschmückte Capelle bei 
den Conventualen von M. Alboddo, wo er des heil. Gaudentius 
Martyrthum dargestellt, habe ich preisen hören; ich finde sie 
in dem Wegweiser für diese Stadt beschrieben. 
Antßnif) Cimßtßri wird auch Antonio Yisacci 
genannt, nicht nur vom Volk, sondern auch sogar von Bene- 
detti in seinem Bericht über die Feste in Urbino zum Em- 
pfange der mit Prinz Friederich vermiihlten Giulia de' Medici. 
Damals malte Cimatori mit dem jüngern Viviani, Maz- 
zi und Ürbani die ausgestellten Bogen und Gemälde. Seine 
Stärke scheint die Federzeichnung und das Helldunkel gewe- 
sen zu sclyn , wie einige grossartige Propheten von ihm bewei- 
sen, die aus dem Dom in den apostolischen Palast gekommen- 
sind. Im Malen ist er sattsam tüchtig. In seinem Geburtsort 
hintcrliess er nicht viel Werke; darunter in der Augustiner- 
kirche die heil. Monica. An verschiedenen Orten, besonders 
aber im Dom zu Cagli, befinden sich seine Nachbilder von 
Baroccits Urbildern. Viel lebte und arbeitete er zu Pesaro, 
wo er Giulio Cesare Begni unterrichtete, einen kühnen 
und feurigen Maler, gut in der Perspective und im Geschmack 
der Venezianer gebildet, unter welchen er studirte und malte. 
Viel hinterliess er in Udine, viel mehr in seiner Vaterstadt; es 
war rasch hingeworfen, unausgeführt, aber von guter Gesammt- 
Wirkung. In der, Descriziozze odeporica della Spugna ( T0. 
II. p. 130) werden Gio. und Francesco von Urbino ge- 
nannt, welche Beide um 1'575 als Hofmaler auch im Escurial 
gearbeitet zu haben scheinen. Der Zweite war noch jung nach 
Spanien gekommen, ward aber durch seinen grossen Geist sehr 
schnell ein grosser Künstler, der von seinem Zeitgenossen, P. 
Sigucnza, und Allen gelobt wird, welche in einem Kloster 
dieses grossartigen Platzes das Urtheil Salomons und andere 
Bilder von ihm gesehen haben. Er starb jung. Dass diese 
Künstler zu Barocci gehören, lässt sich aus ihrem Alter und
        

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