Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1288731
Viert. Zeitr. 
Aufleben d. guten Geschmacks mit Barocci. 
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gleich er mehrCaravaggio's,als Annibale' Anhängerwar. 
Er wurde an der Peterskirche und in der Villa Lodovisi am 
meisten gebraucht 4). Hierauf folgte die Regierung Urbane 
YllL, die Dichtern und Malern gleich günstig, doch für die 
Malerei glücklicher, als für die Dichtkunst war, wei-l sie ausser 
den Caraccisten auch Poussiu, Cortona, und die besten 
Landschafter, welche die YVclt hatte, zählte. Weder er, noch 
der Cardinal, sein Enkel, und die Ucbrigen dieser Familie 
versäumten die wacker-n Maler entweder in der Peterskirche, 
oder in ihrem eigenen Paleste oder in der neuen Capuciuer- 
kirche zu brauchen, wo die Altarbilder an Lanfranco, Gui- 
do, Sacchi, Berrettini und andere" berühmte Künstler 
vertheilt wurden. Ebenso verfahren Alexander Vll., ein ge- 
schmackvoller Papst, und die folgenden. Unter Alexander liess 
sich die ehmalige Königin von Schweden, Christina, in Rom 
nieder, und ihre Leidenschaft für die zeichnenden Künste be- 
seelte und versorgte nicht wenig der Künstler, die wir nennen 
werden. Freilich müssen wir die 'l'üchtigsten dieses Zeitraums 
einem andern Orte vorbehalten, weil sie mit allem Rechte der 
Bologner Schule angehören, und von Einigen haben wir schon 
bei der Florentiner gesprochen. Jetzt zu den Einzelnen! 
Federigo Barocci könnte der Zeit nach in den vori- 
gen Zeitraum gerechnet werden; aber sein Verdienst stellt ihn 
in diesen, wo ich die Umbildner und Verbesscrer der Kunst Ibe- 
fasse. Er lernte zuerst bei Batista Franco, einem Vene- 
zianer von Geburt, dem Style nach einem Florentiner. Dieser 
ging jung nach Rom, unrdort zu studiren, entzündetesich für 
das Grosse in Michelangelo, und copirte hier und in Flo-, 
reuz, was er nur von seinen Gemälden, Zeichnungen und Sta- 
tuen sehen konnte. Er ward ein höchst wackerer Zeichner, 
wicwol nicht gleich wackerer Colorist, auch nicht so frei; denn 
er hatte erst spät sich auf das Coiorit verlegt. In Rom muss 
man ihn in Minerva kennen lernen aus einigen evangelischen 
in einer Capelle auf Kalk gemalten Seenen, welche Vasari 
Allem, was er sonst malte, verzog. Auch das Chor der Mut- 
terkirche zu Urbino schmückte er mit Wandgemüldeu, und liess 
7 
d) {V0 er 
gestochen. 
die berübmle Aumrß 
in Kupfer 
malte, welche V o l p a t o 
Q.
        

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