Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1288696
Dritter 
Zeitraum. 
Verfall 
der 
Malerei. 
435 
grosse Künstler erhielt, wie wir an einem andern Orte sagen 
werden. Auch einige Erfindungen Michelangelow wurden 
da angebracht, viele 'vonx Raffael del Celle und andern 
ausgezeichneten Künstlern. Im Leben des Batista Franco 
lieset man, dass er unendlich viel Zeichnungen zu diesem 
Zwecke gemacht; und von Taddeo Zuccaro wird erzählt, 
dass ihm alle Zeichnungen zu dem Credenzteller übertragen 
Wurden, welcher, wie vorbemerkt, für Philipp ll. gefertigt 
wurde. Andere Porzellanarheiten wurden dort für Karl V, 
und mehrere Fürsten verfertigt; und nicht wenige bestellte der 
Herzog selbst für seinen Hof. Seine Apothekergefässe gingen 
nach der S. Casa zu Loreto, wo sie noch sind. Sie gefielen 
der Königin von Schweden so, dass sie dafür gleich viel sil- 
berne zum Tausche bot. Ein grosses Lager kam mit der 
Erbschaft der Herzöge von Urhino an den Grossherzog von 
Florenz, wo man in der K. Gallerie einige Proben davon sieht, 
darunter manche mit Angabe der Oerter, wo sie gefertigt. 
Vixle sind auch in Häusern Römischer Herren und dem Gebiet 
von Urbino, und überhaupt in Italien nicht selten. Auf ihrem 
Glanzpunete war die Kunst ungefähr zwanzig und etliche Jahre, 
von 1540 bis 1560, und, die Porzellanarheiten aus dieser Zeit 
verunzieren kein Museum. Mit den Fontani starb auch das 
Geheimnis dieses Firnisses, sagt Lazzari; so verfiel diese 
Kunst allmälig und endete in Handwerk und Waare. Mehr 
davon ist bei Passeri im 4ten B. der Calogeriani zu lesen; 
das Dizionario urbinate und die Cronaca Durantinu nicht zu 
vergessen. 
Malerei auf Lederwerk verdient wenig Lob, darf aber nicht 
ganz mit Stillschweigen übergangen werden, da B a g l i o n e ih- 
rer im Leben des Vespasiano Strada, eines guten Römi. 
scheu Wandmalers, gedenkt. 
Menge zur Auswahl an den Spanischen Hof brachte, zu dieser Vet- 
Wechselung Anlass geben konnte; man hat da. wol gesagt, diese 
Schüsseln wären Werke RnffaePs, und das Volk setzte dann hilll 
zu, sie wären von Sanzio. L. 

        

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