Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1288679
Dritter 
Zeitraum. 
Verfall 
der 
Malerei. 
433 
Ueherzug zu geben verstand  womit sie der Zeit widerstehen 
konnte; so wurdcnBasreliefs und Altäreigefertigt, die noch 
vorhanden 'sind, und die oben erwähnten Fusshöden. Andere 
leiten sie von China her, von wannen sie auf die Insel liiajgi- 
lica und von da nach Italien gekommen sei. Die Erfindung 
wurde besonders im Staate von Urbino ausgebildet. Die mitt- 
lere hiajolicaerrle war schon lange verarbeitet werden; die feine 
ward es um 1500, durch einen treiilichen Plastiker, von wel- 
chem bei den Dominicanern zu Gubbio ein gut gebildetes 
und gemaltes Standbild des heil. Antonius, und in mehrern 
edlen Häiusern viele Teller mit seinem Namen M. Gier- 
gio da Ugubio vorhanden sind. "Auch das Jahr bemerkte 
er, wonach ich denn linde, dass seine Fabrik 1519 begonnen 
und 1557 eingegangen seyn mag. In dieser Zeit betrieb auch 
Urbino die Plastik, und fast allei übertraf Federigo Bran- 
dani. Wer etwa glaubt, ich üben-treibe, sehe nur seine 
Krippe in S. Giuseppe, und sage, wer, ausser dem Modeneser 
Begarelli, ihm an Lebhaftigkeit und Anmuth der Gesichter, 
an' Mannichfaltigkeit und Eigenthümliehkeit der Gebärden, an 
Natürlichkeit der Beiwerke zu vergleichen sei! 'I'hiere, als ob 
L 
Zwar einfacher, aber grossartiger sind seine Werke, als dieseines 
Meisters, des. berühmten Lorenzo Ghiherti. Lucas arbeitete 
in Marmor und Metall, und die Thüren von Bronze, welche L u- 
e n d e l 1 a. R o b b i a für die Sacristei in der Kirche S. lllaria 
de, Fiori fertigte, sind von grusser hlinfachheit und Schönheit", und 
die einzelnen Figuren daran in einem sehr edlen Style ausgeführt. 
L ncas- soll die glückliche Erfindung gemacht haben, gebrannte Erde 
zu verglasen, wodurch sie eine Dauer bekommt, welche der Witte- 
rung trotzen kann. H"enn er auch nicht der lslriinder der Glasur ist, 
da zu Breslau schon dem als Ileld und lllizlnesinger berühmten Her- 
zog Heinrich IV, (s. Büschingw (irabmal des Herzogs Heinrich 
lV. von Breslau. Ein Beitrag zur Geschichte der altdeutschen Kunst; 
im l3ten Jahrhundert. nebst einer urkuudl. Darstellung des Lebens 
Heinrichs IV. und 5 Abbildungen. Breslau 1826) ein mit Schönen 
bunten glasirtexi Färben hemaltes Denkmal von gebrqnntet- Erde um 
dasjaln- 1295 errichtet wurde, und glasirte Dachziegel schon in frti. 
her Zeit gewöhnlich waren, so hat Luca. della Robbia. der A51. 
lere diese dauerhafte Masse in Italien vielleicht zuerst zu wichtigen 
plastischen Kunstwerken und zum äussern Schmuck von Gebäuden 
angewendet. In xmrrlischen Ländern bediente man sich früher zu 
plastischen {Verliert der gebrannter: Erde, aus Mangel an grosseil 
Stücken weissen Iilaruiors, lwovun auclr das colossule Marienbild zu 
lllarienburg ein lieispiel ist. Luczts pflegte den Gründen der H35- 
reliefa eine kräftig blaue Farbe zu geben und die Figuren weiss zu 
halten. Q, u" 
l. Bd.   e
        

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