Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1288625
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Drittes 
Buch. 
Römische 
Schule. 
scheinlich war Luzio's Gehülfe in den letzten Jahren Ago_ 
stinoxApolonio, ein Sohn seiner Schwester, die zu S. An- 
gelo in Vade verheurathet war, der sich- in Castel Durante 
niederliess, daselbst in Stucco und Malerei ehrenwerth arbei- 
tete, besonders zu S. Franeesco, und seines mütterlichen Oheims 
Arbeiten, wie Vermögen, erbte. 
Zu Fratta, ebenfalls im Staat von Urbino, starb noch 
jung ein gewisser Flori, von welchem dort fast nichts übrig- 
blieb, als ein Abendmal in S. Bernardino. Dies aber ist auch 
sehr gut im Sinne und Geiste des guten Jahrhunderts nusge- 
fuhrt und verdient eine Stelle in der Kunstgeschichte. Nicht 
weit von dort ist Citta di Castello, wo zu VasarPs Zeit 
ein Wandmaler Gio. Batista della Bilia und ein anderer 
Gio. Batista lebte, der im Palast Vitelli arbeitete. Ich weiss 
nicht, 0b von ihm, oder von einem andern Avanzino Nueci 
Anleitung erhielt, der nach Boni ging, dort das Beste zeieh- 
nete, und Niecolö Circignanoßs Schüler und Gehülf in 
vielen Arbeiten war. ln allen von Sixtus bestellten [Malereien 
hatte er zu thun, und andere mehr führte er in mehrern Kih 
chen und Palästen aus; leicht, fertig, in einem dem Style des 
Meisters nicht unähnliehen, aber doch kleinem. Einige Zeit 
lebte er in Neapel, arbeitete auch in der Umgegenrl; in S_ 
Silvestro di Fabriano ist ein Gemälde der Unschuldigen von 
ihm. Etwas Später ist Sguazzino, den Orlandi tragen 
seiner Gemälde bei den Jesuiten in Perugia nennt; besser sind 
die in Citta di Castello, wie der heil. Angele im Dom, und 
die Liinetten mit allerlei Scenen aus dem Leben Mairiens in 
der heil. Geistkirehe, und andere in mehrern Kirchen. Er ist 
nicht sehr genau in der Zeichnung, hat aber dabei dreisten 
Farbenvortrag und Gegensatz, und eine Gesammtheit, die ver- 
dienstlich ist.  
Ein bedeutender, obwol minder bekannter Maler war G3- 
spare Gasparrini, aus Macerzita. Er war von Adel. und 
malte mit Begeisterung in Oel und auf Kalk. Unter den 
Nachrichten aus lllacerataw) ist auch die, dass er bei Giro_ 
l 
17) Ich verdanke ie dem Ritter Ercolaxxi, der sie mir freund- 
lich übersendele. Sie sind vom Can, Piani und Herrn Antonio Ciu. 
colini, einem Edelmann in Macerata, gesammelt. L.
        

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