Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1288619
Dritter 
Zeitraum. 
Verfall 
der 
Malerei. 
427 
zu Gubbio die Taufe des Heiligen, vom Jahre 1594; ein Bild 
höchst reich an Figuren, welches durch Neuheit der Trachten, 
Bauwerke und Andacht in den Gesichtern überrascht. Er er- 
hielt 200 Scudi dafür, fürijene Zeiten nicht wenig; und man 
sieHt wol, dass er nach dem Preise arbeitete; denn in andern, 
besonders einem von 1604, ist er ziemlich nachlässig. Fede- 
rigo Brunori, auch Brunoini genannt, soll aus seiner 
Schule stammen; und sichtlicher noch als er, folgte dieser den 
Venezianern, malte nach der Natur, liebte fremdartige Trach- 
ten und starken Farbenauftrag. Die Bianchi haben von ihm 
ein Ecce lzomo vor dem Volke; kleine, aber muntere Figuren, 
woraus man sieht, dass er Albrecht Dürer's Kupferstiche 
studirt hatte. Pierangiolo Basilj, von Damiani und 
Roncalli erzogen, hat auch etwas von ihrem zarten Vortrag. 
Seine Wandbililer im Ubalduskloster werden geschätzt, und in 
S. Marziale ist eine Predigt unseres Herrn von ihm, mit einem 
zurückwcichenden Säulengangc und einer Menge Zuhörer; auch 
kleine Figuren wie in Dürer's Compcsitionen! Die Bilder 
scheinen Preisbewerbungen; Brunori ist kräftiger, Basilj 
artiger und gewählter.  
In der letzten Ausgabe dieses WVerkes erwähnte ich auch 
Castel Durante, jetzt Urbania, im Staate Urbino; wo ich Lu- 
zio Dolce unter den alten Malern nannte, von welchem ich 
nichts, als das schwache Bild in einer Dorfkirche zu Cagli vom 
Jahre 1536 gesehen hatte. Mittlerweile ist von Colucci 
(T, XXVII) eine Chronik von Castel Durante herausgekom- 
men, worin von Luzio und andern dahin gehörigen Malern 
völlige Auskunft zu linden ist. Bernardino, sein Gross- 
Vater, und Ottaviano, sein Vater, waren gute Stuckarbeitcr 
gewesen, hatten auch die Malerei getrieben, und er, der noch 
1589 lebte, wird wegen Gemälde und anderer Kirchenbilder in 
und ausser seinem Geburtsorte gelobt. Was noch mehr sagen 
will, der Herzog soll ihn in der Imperiale gebraucht haben. 
Auch seines Bruders wird ehrenvoll gedacht; ganz besonders 
aber des Giustino Episcopio, sonst de' Salvolini ge- 
nannt, der mit Luzio zugleich in der Abtei das Gemälde des 
heil. Geistes und andere Bilder umher malte. Auch allein 
führte er in Castel 
aus, selbst in Rom, 
Durante und 
wo er lauge 
anderwiirts mehrere Bilder 
studirte und lebte. Wahr-
        

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