Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1288569
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Drittes 
Buch. 
Rölnische 
Schule. 
studiren mochte, theils Alters wegen; wie man an drei andern 
Bildern auf dem Capitelio sieht, welche in demselben Saale 
vierzig Jahre nach den ersten gemalt sind. Seine Werke sind 
fast unzählig nicht nur in Rom, wo er unter Gregorius und 
Sixtus arbeitete, unter Clemens Vlll. den Arbeiten zu S." Gio- 
vanni Laterano Vorstand, und unter Paul V. darin fortfulnr; 
sondern auch ausserhalb Rom, in Neapel, Monte Casino und 
mehrern Städten des Papstes  diejenigen nicht zu erwähnen, 
welche er für auswärtige Höfe und einzelne Personen malt9_ 
Für diese, sogar für gemeine, arbeitete er schneller, als für 
Fürsten, gegen welche er sich immer, wie der Horazische Ti_ 
gellius, unlustig und spröde erwies, sich gern bitten liess und 
nicht um sie zu kümmern schien: so stolz hatte ihn der Beifall 
eines verdvrbten Jahrhunderts gemacht! 
Er zählte viele Schüler oder Gehülfen, mit welchen er 
namentlich die Gemälde im Lateran lieferte, ohne selbst sonder- 
lich den Pinsel zu führen. Einige von ihnen hafteten an dem, 
was das Schwächste an ihm war, und wurden, weil sie nicht 
so von der Natur. begünstigt waren, unerträglich. Ein Muster, 
das nachahmliche Fehler hat, täuscht leicht. Einige aber aus 
seiner Schule verbesserten sich auch nach andern, wenigstens 
theilweise. Einer seiner Brüder Bernardino copirte BuO_ 
narrotische Zeichnungen vortrefflich und arbeitete an des 
Ritters G i u s e p p e Werken ileissig; von seiner eigenen 
Eriintlung ist wenig vorhanden, da. er sehr jung starb. Länger 
diente dem Arpinaten ein Cesare Rossetti, ein Römgr, 
von welchem mehrere Arbeiten mit eigenem Namen Vüfllüllllen 
sind. Auch kennt man eine von Bernardino Parasole, 
der in der Blüthe derJahre starb. Guido Ubaldo Abatini 
aus Citta di Castello wurde von Passeri unter den lvanzlnm- 
lern gelobt, namentlich wegen einer Vertiefung in Vittoriah 
Franeesco Allegrini di Gubbio war ein seinem llleister 
in der Zeichnung ähnlicher Wandmaler, soviel sich aus der 
Kuppel des allerheil. Sacraments der Cathedrale von Gubbio, 
und 'aus einer andern in der Madonna de' Bianchi ergiebt; 
man findet da dieselben winzigen Verhältnisse und dieselbe 
übermässige Leichtigkeit wieder. lndess konnte er mehr leisten, 
wo er in reifern Jahren, oder fleissiger arbeitete. Er wird 
von Ratti in mehrern Wandbildern zu Savona im Dom und
        

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