Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1288537
Dritter 
Zeitraum. 
Verfall 
der 
Malerei. 
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der Guido dieser Zeit ist. Man braucht nur in der Jesuiter- 
kirche in einer Capelle den Engclreigen zu sehen. Hütte er 
bis in die Zeiten der Caracci gelebt, welch ein Maler wiir, 
aus ihm geworden!  
Tommaso Laureti, ein Sicilicr, den wir unter F. 
Sehastian0's Schülern gelobt haben und unter den Künst- 
lern zu Bologna loben werden, wurde zu den Zeiten Gregofs 
Xlll. nach Rom eingeladen und mit einem höchst kitzlichen 
Werke laeauftragt. Er sollte nämlich die Decke und die Lü- 
netten im Saale Constantinls malen, dessen untern Theil schon. 
Giulio Romano und Perino verherrlichet hatten. Er 
stellte Gegenstände dar, wie sie Constantims Frömmigkeit an- 
gemessen waren, gestürzte Götzen, errichtete Kreuze, zur Kirche 
geschlagene Landschaften. Die Bewirthung, diedhm der Papst 
im Palast angedeihen liess, war, wie! Baglione sagt, fürst- 
lich; und theils aus natürlicher Langsamkeit, theils weil er 
eben keine Eile hatte, zu einer malerischen zurückzukehren, 
dehnte er die Arbeit so in die Länge, dass Gregoriois Regie- 
rung zu Ende ging und die des Papstes Sixtus begann. Dem 
neuen Fürsten schien Laureti die Geduld des Vorgängers zu 
mishrauchen; und durch Vorwürfe und Drohungen, wenn er 
nicht bald die Gerüste wegrissc, jagte er ihn so in Schrecken, 
dass er _von nun an nur auf Schnelligkeit bedacht war. Als 
das iVei-k in diesem ersten Jahre der neuen Papstregierung auf- 
gedeckt wurde, schien es des Ortes minder würdig, die Figu- 
ren zu gross und schwerfäillig, das Colorit herb und hart, die 
Formen gemein; das Beste ist ein Tempel an der Decke, der 
vortrefflich in der Perspective ist, worin Laureti unter die 
Ersten seiner Zeit gerechnet werden. kann. Zu dieser Misach- 
tung kam noch Verlust; denn nicht nur ward er nicht bezahlt, 
wie er hoiTte, sondern es wurden ihm auch alle Lebensmittel 
bis auf das Pferdefutter in Rechnung gebracht, so dass der 
Arme nichts vor sich brachte und in Ungemach unter der fol- 
genden Regierung starb. Sein Ansehen jedoch wusste er sich 
wieder zu verschaffen, namentlich durch Brutus und Horatius 
auf der Brücke, die er auf dem Capitol bestens malte. Gelehrt 
in der Kunsttheorie und nxittheilsaiu, lehrte er sie in Rom un- 
tcr grossexxl Zulaufe. Sein Schüler und Gehülfe im Vatican 
war Antonio Scalvati, ein Bologner, der zu Sixtus Zeiten 
D
        

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