Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1288515
Dritter 
Zeitraum. 
Verfall 
der 
Malerei. 
417 
Damals malte er die Auferstehung Lazari, die aus S. M. Mag- 
giore in den Quirinalischen Palast gebracht, öffentlich ausge- 
stellt ihm schnell Buonarrotfs Achtung und Gönnerschnfg 
erwarb. In Ronfs Kirchen und Palästen sind Gemälde von 
ihm, oft mit Landschaften in Tizianschem Geschmack. Die 
Karthiiuserkirchc hat ein sehr schönes Bild, einen Haufen von 
Anachnreten, welche aufmerksam einem Heiligen zuhören. Schön 
und gut ausgeschmückt ist die Beschneidung in Gesu; kunst- 
reich die Himmelfahrt in Ara Coeli; anmuthig in Figuren und 
Landschaft die Wundmale des heil. Franciseus in der Kirche 
alla Concezione. Nicht verläugnel: hat er sich in den Bildern 
im Dom zu Orvieto, die Vasari sehr lobt. In der Basilica 
zu Loreto sind in der Capelle der; Heimsuchung drei Gemälde, 
und der Schafteich (Joh. 5, 2.) ist lieblich und wunderlich. 
Im Dom zu Foligno zeigt man ein YVandgemälde von ihm, die 
Wunder des heil. Felicianus, welches lange mit Kalk bedeckt 
vor einigen Jahren in schönem und frischem Colnrit wieder 
zum Vorschein. kam. l 
Muziano's Figuren sind genau gezeichnet, und nicht 
selten auf Michelangelcfs Weise anatomisch. Kriegerische 
und ausländische TrachteIPgelingen ihm, besonders aber Ana- 
choreten und ähnliche ernstaussehende, vom Fasten abgema- 
gerte Männer; überhaupt neigt sich seine Zeichnung mehr zum 
'l'rocknen, als zum Fetten. Den Stich der Trojanischen Säule 
hat man ihm zu verdanken: Giulio Romano hatte sie zu 
zeichnen angefangen; er setzte dies ungeheure Unternehmen 
fort und beendete es, so dass es gestochen und mit Anmerkun- 
gen ausgestattet werden konnte.  
Sein bester Schüler war Cesare Nebhia aus Orvieto, 
weicher den Arbeiten unter Sixtus Vorstand, und seine Gedan- 
ken zeichnete und von Untergebenen ausführen liess. Sein 
Mitv0rstehcl' war Giu. Gnerra aus Modena, der ihm die 
Stoffe zn Bildern gab und die Arbeiten an junge Leute ver- 
theilte. Beide hatten die Leichtigkeit, die zu so vielen Arbei- 
ten nüthig war, wie sie in Sixtus fünf Regiernngsjahren in 
seiner Capelle zu S M. Maggiore, in der Vaticanischen Biblio- 
thek, in dem Qnirinalischen, Vaticanischen und Lateranischen 
Palast, in der Scala Santa und anlmehrcrn andern Orten ans- 
geführt uurden. Uebrigens ist zwischen Muziano und seinem 
I. Bl. D d
        

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