Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1288501
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Buch. 
Drittes 
Römische 
Schule, 
welches er dem P. Ignazio Danti, einem Dominicaner, auf- 
trug, der Mathematiker und Kosmograph an seinem Hofe 
war und nachher zum Bisthum von Alatri befördert wurde. 
Er war aus Perugia und Glied einer Künstlerfamilie; zwei 
seiner Brüder waren ltlalcr, Girolamo, von welchem in 
seiner Vaterstadt in S. Pietro einige Arbeiten nach Vasari 
sind, und Vincenzio, der in Rom dem lgnazio half, und 
schon als guter Wandmaler daselbst starb. _Ein anderes grosses 
Werk wurde damals unternommen, die Fortsetzung der Halle 
des Raffael, oder ein daranstossender Arm, wo nach San_ 
zi0,s Vorschrift vier Bilder in jedem Bogen gemalt werden 
sollten, alle aus dem N. T. Roncalli, Circignanoes 
Schüler, über welchen wir uns Näheres für "den folgenden Zeit- 
raum vorbehalten, wurde beauftragt, diesen Gemälden vorzu- 
stehen, stand aber selbst unter Danti, weil die Erfahrung 
gelehrt hatte, dass die Leitung der Arbeiten ganz Künstlern zu 
überlassen, der Ausführung schadet, indem nur Wenige sich 
bei der Wahl untergeordneter Künstler nicht von Vorliebe, 
Geiz, oder Eifersucht leiten lassen. Diese Wahl also wurde 
dem Danti vorbehalten, der mit Kunstkenntnis auch sittliche 
Eigenschaften verband. Er also vertheilte und leitete die 
ganze Arbeit so, dass die Ruhe, die Unterwerfung, die gute 
Ordnung der Raffaelschen Zeiten in dem Vatiean wieder 
einzukehren schien. Doch die Kunst war freilich nicht mehr 
dieselbe, und die matten neuen Gemälde, gegen die alten ge_ 
halten, zeigen den Verfall; nur stellenweis sind Bilder von 
Tempesti, Raffaellino da Reggio, Palma dem Jüm 
gern, Girolamo Massei, die jener Zeit viel Ehre nlachen, 
Ein anderer Aufseher über die Arbeiten im Vatican, W01 
aber mehr in der Baukunst, als in der Malerei, war Girg- 
lamo Muziasno aus Brescia, der, ohne in seiner Heimat Ire- 
rühmt zu seyn, jung nachRom kam und dort als die beste 
Stütze des gründlichen Geschmacks galt. Aus der Venezianer 
Schule hatte er die Grundsätze der Zeichnung und des Colo- 
rits mitgebracht; und zuvörderst erwarb er sich Fertigkeit in 
ländlichen Ansichten, so dass er in Rom den Zunamen deg 
jungen Landschafters bekam. Dies war aber nichts gegen sei- 
Ileü Ililßhlllüligen ausdauernden Kunsteifer, der soweit ging, dass 
er sich das Haupt schor, um nicht ausgehen zu könnem
        

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