Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1288480
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Drittes 
Buch. 
Römische 
Schule. 
reti und die Reihe würdiger Künstler, die bis in unsere Zeh; 
hincinreicht. Seit langer Zeit schon ist die Akademie in eine 
Wohnung an der Kirche der heil. Martina verlegt, und mit 
Bildnissch und Bildern ihrer lllitglieder ausgeschmiickt. Dort; 
verwahrt man als einen Schatz das Bildnis des heil. Lukas 
von Raffael n) mit seinem eigenen; auch sieht man du 
Sanzio's Schädel") in einem Schranke; die reichste Beute, 
die der Tod aus dem Reiche der Malerei davontrug. Gegen 
Ende dieses dritten Buchs wvcrdcn wir nochmals auf diese Aka_ 
demie zurückkommen. Jetzt wollen wir wieder von Federi_ 
g o  sprechen. 
Seine Schule wurde durch Passign ano und mehrere 
Zöglinge, die wir anderwiirts genannt, in Aufnahme gebracht. 
Wir setzen zu diesen Niccolo Trometta, oder Niccolg, 
da Pesaro, der Vin Ara Coeli viel malte; sein bestes Sxüek 
aber ist ein Nachtmahl unseres Herrn, zu Pesaro in der Kirche 
des Sacramcnts. Es ist ein so wohl gedachtes, harmonisches und 
an malerischem Schmucke reiches Gemälde, dass Lazzarini 
daraus Vorschriften für die Malerei, wie aus einem der besten 
in der Stadt, zieht. Balrocci soll diesen Künstler sehr ge_ 
schätzt haben. Baglione lobte die Bilder seiner ersten Zeit, 
musste aber doch gestehen, dass er in diesem guten Styl nicht 
beharrte, sondern ein geschmackloser Handwerker wurde, wo_ 
mit er Ansehen und Vermögen verlor. Ein anderer von Zug- 
iäi. 
12) Gesi. 
Ignd ist Wul 
v. Bloemart. Es hat 
kaum von Raffael. 
ein 
sehr 
zweifelhafles 
Q. 
Ansehen 
13) Als Karl Maratti im Panlheon zu Rom Rnffael ein Denk_ 
mal mit seiner Büste 1674 errichtete, wurde das Grab geölfnet und 
RnffaePs Schädel heruusgenolnnxen. Es stört der Anblick dieses 
irdischen [leberrestes das schöne Phantasiebild vomnnsterbliclnen llaf. 
fael, welches wul jeder a-us den lebensvollen, heitern, ewig jugend- 
liehen Werken dieses Genius sich schafft und in der Seele trägt, und 
zieht zur gemeinen Wirklichkeit herab. Es ist doch nicht der G9- 
hirnkasten, sondern das Leben darin, was wir verehren, und das 
Todte sollte man der ltlrde übergeben, der es gehört. Es ist un- 
glßublifly, wie eine Akademie der Künste einen eolehen Fehlgriff 
thun konnte und noch so wenig Zarlgelübl zeigt, mit Raffael" 
Schädel zu prunken. Auf mich hat noch kein läultenlcupf einen am; 
setzlichern Blindruck gemacht, als RaffaePs Schädel in S. Lanka, 
Raffael zu einem nzemmzla mnre" zu machen ist verbrecherisrlt, denn 
es ist, als wolle Iran dem Geistigen selbst. die Unsterblichkeit ab- 
leugnen und den Glauben der Seele durch das Pfand irdischer Zer- 
Störung hinswregschrecken. Q.
        

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