Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1288462
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Drittes 
Buch. 
llönnische 
Schule. 
übrigen gleichzeitigen Malern. Dies verdankte er grösstenthcils 
seinen persönlichen Eigenschaften, einem vornehmen Ansehen 
und Betragen, literarischer Bildung, einnehmender Gewandtheit, 
und einer Freigebigkeit, welche ihm seine beträchtliche Ein- 
nahme kostete. 
Er scheint mit Vasari gewctteifert und ihn als Schrift; 
steller übertreffen gewollt zu haben. Wie dem auch sei, c,- 
war übel gesinnt gegen ihn, wie man aus den Nachträgen zu 
VasarP Lebensbeschreibungen ersieht, welche der Heraus- 
gebe: der Römischen Ausgabe einigemal anführt, und des Nei- 
des und lilisivollcns zeiht, besonders im Leben des Taddeo 
Zuccaro. Um zu zeigen, dass er weit mehr als Vasari 
leiste, scheint er jenen tiefdunkeln Styl gewählt zu haben, statt; 
Giorgiws schlichten und ebenmüssigcn. Das ganze in Turin 
gedruckte Werk dreht ich um innere und äussere Zeichnung, 
.und enthält nicht sowol Vorschriften, als Grübeleien aus der 
peripatetischen Schule, welche damals zwar viel Aufsehen, über 
nicht gelehrter machten: Seine Sprache ist voll von „intel_ 
lectiven und formativcn Begriffen, substanzicllcn Substanzen, 
formellen Formen" und sogar die Ueberschriften leiden an tlig- 
scr Fettsucht, wie die des 12. Capitels: „(lass die Philosophie 
und das Philosophiren eine metaphorische gleichnisartige Zeich; 
nung sei." Dergleichen mag wol Einfaltige, vcrbliiffen, aber 
nicht Gelehrte befriedigen  Sie erkennen den Philosophen 
nicht, an scholastisehen Wörtern, die ausserhalb der Schulen 
von den besten Griechen und Lateincrn als Scllulfücllsereien 
vermieden wurden, sondern an einem rcgelmässigen Gange im 
Erklären, an Umsicht im Unterscheiden, an Scharfblick in Be- 
ziehung der Wirkungen auf ihre wahren Ursachen, an Zweck- 
mässigkeit der Darstellung. Diese Eigenschaften lindet man 
nicht leicht in Federigms Werke. Unter philosophische 
II) Dieselbe philosophische und ungeheuere Sprache hat man auch 
in den letzten Zeiten zum Nachtlieil der Sprache und des guten (Je- 
schmucke in manchen Tlieilen Italiens häufig gebraucht. In der A119 
rh" vedere liest man z. B. von länglichen Falten, der aus. 
trompeteten Auferstehung des Schönen u. s. w_ Auch 
hat. man Manches in der Malerei mit manchem in der Musik erläu- 
lurn wollen; was einem tüchtigen Cupßllmeister zu einem beiusend 
witzigen Briefe (äelegenheil gab, der zum Theil in RatlPn Verteidi- 
gung S. 15 f. angezogen ist, L.
        

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