Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1288403
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Drittes 
Buch. 
Römische 
Schule. 
von dessen Strenge gegen langsame Künstler wir bald ein 
fnrchtbares Beispiel anführen werden. Nicht viel genauer malte 
man auch nachher bis auf Clemens Vlll., als viele Arbeiten 
eiligst mussten beendet werden, ehe das heilige Jahr 1600 im- 
gann. Unter diesen Päpsten überschwemmten Italienische und 
auswärtige Maler die Stadt, wie unter Domitian die Dlßll- 
ter und zu M. Aurelius Zeiten die Philosophen. Jeder brachte 
seinen Styl dahin; Viele versehlimmerten ihn aus Eil. so 
wurde namentlich die Wandmalerei ein Handwerk, ein mecha- 
"irisches Treiben, eine Nachahmung, nicht des Natürlichen, wer- 
auf man nicht sahe, sondern der launenhaften Einfälle, welche, 
in den Köpfen der Künstler entstanden 6). Colorit war nicht 
besser, als Zeichnung. In keinem Zeitalter hat man die rei- 
nen vollen Farben so gemisbraucht, in keinem ist das Helldun_ 
kel so matt gewesen, in keinem hat man sich weniger um 
Harmonie bekümmert. liflanieristen sind es, welche Kirchen, 
Klöster, Säle in Rom mit Bildern bevölkert haben; in den B31- 
dersammlungen der Fürsten haben sie nicht gleiches Schick- 
sal gehabt. Darum aber ist dieser Zeitraum gleichwol nicht 
zu verachten; denn auch er zählt wackere Männer und gleich- 
sarn Ueherbleibscl aus der vorhergehenden guten Zeit. XVir 
haben bereits die Maler, welche in Rom unter den ersten 
Päpsten des Jahrhunderts auftraten, erwähnt, und werden nicht 
wenig Andere nennen müssen. Meistens waren es auswärtige 
und werden in andern Schulen uns näher bekannt werden; hier 
will ich vorzüglich die beschreiben, welche innerhalb der R5- 
mischen entstanden, und die, welche darin ihren eigenen Sty[ 
lehrten und verbreiteten. 
Girolamo Siciolante da Sermoneta ist ein Raf. 
"faelist, welcher seiner glücklichen Nachahmung des Schulen. 
hauptes wegen mit Sanzirfs Schülern verglichen werden kann, 
l'on seiner Hand ist im Königsaale Pipin, welcher, nachdem 
er Astolf, König der Longobarden, gefangen genommen, der 
Kirche Ravenna schenkt. Mehr als in Wandgemüldcn nähert 
er sich Raffacl in einigen Oelbildern, wie im Martyrthunr 
41er heil. Lucia in S. lliaria Nlaggiore; in der Verklärung in 
Arn Celi; in der Geburt Christi in der S. Maria della Pace, 
Ballori 
Vite dd pitmri.
        

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