Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1288371
Dritter 
Zeitraum. 
Verfall 
der 
Malerei. 
403 
kam wieder, und hätte wol der Malerei wieder aufhelfen können, 
wenn er soviel Gemüth, als Geistesgrösse gehabt hätte. Abel- 
cr war nicht so grossherzig, als sein Meister; er lehrte nei- 
disch, arbeitete habgierig, oder arbeitete im Grunde nicht selbst, 
sondern übernahm jede theure oder wohlfcile Arbeit und liess 
sie, auch auf Kosten seines Ehrgcfühls, von jungen Leuten 
ausführen. Er suchte die bessern Talente an sich zu ziehen, 
wie wir bald "sehen werden, aber bloss, damit sie, von ihm ab- 
hiinzr-qig, ihn nicht um Aufträge und Gewinn brüchtcn. Neben 
guten hatte er auch mittelmiissige und schlechte; daher auch 
in den Zimmern des Castei S. Angele und an andern Orten, 
wo er gemalt, ein grosscr Unterschied in den Figuren ist. 
Seine meisten Gchülfcn sind nicht geschichtlich merkwürdig 
geworden. Viel brauchte er einen Luzin Romano, einen 
hnndfertigen Mann, von welchem im Palast Spada ein Fries 
ist; einige Zeit war Marcello Venusti aus Mantua sein 
Gesell, ein Jüngling .von grosser Fertigkeit, aber verzagt und 
mehreren Beistandes bedürftig, als Perino ihm leistete. Die- 
sen gewährte ihm nachher Buonarroti, dessen Zeichnungen 
er trefflich ausmalte, wie oben bereits gesagt wurde, und mit 
dessen Hülfe er auch in der Erfindung gewann 3). So hatte 
Perino immer Arbeit und Geld in Menge. Ein ähnliches 
Gewerbe machte Taddeo Zuccaro aus der Kunst, wenn 
wir Vasari glauben dürfen; ja Vasari selbst, Soviel seine 
Bilder zeigen. 
XVie es damals um die Malerei gestanden, kann man aus 
vielen Arbeiten ersehen; aber keine ist so merkwürdig, als der 
unter Paul lli. angefangene und kaum dreissig Jahre darauf 
I573Ibeendigte königliche Saal. Vaga hatte die Aufsicht 
darüber, wie Raffael über die Vaticanisehen Zimmer; er 
machte die Abtheilungen, verzierte die Decke, leitete alle Stuc- 
coverzierungen, Friese, Embleme, grosse Figuren, alles meister- 
haft. Hierauf zeichnete er auch die historischen Sachen, wer- 
iiber er 1547 starb. Durch liiichelangelois Begünstigung 
kam Daniel di Volterra an seine Stelle, der unter einer 
Leitung eben dort schon Stuccos geliefert hatte. Daniel 
L 
3) Er malte die 
Silvehtro zu Monte 
in S. 
heil. Calharinn in S. Agoslino, die Krippe 
ßavallo, und so in mehren: Kirchen, L. 
Cc
        

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